Marktfolge Jobs

Die Marktfolge ist der vom Vertrieb getrennte Teil des Bankgeschäfts. Sie prüft, votiert und bearbeitet, was die Beratung anbahnt, und sichert damit die Qualität der Kreditentscheidungen. Die Bankenaufsicht verlangt diese Trennung von Markt und Marktfolge ausdrücklich, weshalb der Bereich in Instituten jeder Größe besteht. Unterschieden wird zwischen der Marktfolge Aktiv für das Kreditgeschäft und der Marktfolge Passiv für Konten und Einlagen.

124 aktuelle Stellen
Funktion
Banken-Segment
Einstieg
Anstellungsart
Bundesland
Befristung
124 Stellen

Marktfolge Jobs in Zahlen

Auswertung der aktuell 124 offenen Stellen in dieser Kategorie auf banken-jobs.com, täglich aktualisiert.

Häufigste BenefitsWeiterbildung & Entwicklung (77 %)Flexible Arbeitszeit (64 %)Homeoffice / Mobiles Arbeiten (52 %)JobRad / Fahrradleasing (48 %)Betriebliche Altersvorsorge (46 %)

Marktfolge Aktiv und Passiv: zwei getrennte Welten

Kaum ein Bankbereich wird von Außenstehenden so selten verstanden und von Insidern so geschätzt. Die Marktfolge entscheidet mit, ohne zu verkaufen. Ihre Existenz geht auf die aufsichtsrechtliche Vorgabe zurück, dass die Kreditentscheidung nicht allein bei der vertrieblich verantwortlichen Einheit liegen darf. Aus dieser Vorgabe erwuchs eine eigene Berufswelt mit klaren Aufgaben und guten Entwicklungswegen.

Die Marktfolge Aktiv begleitet das Kreditgeschäft. Sie analysiert Jahresabschlüsse und Bonitäten, erstellt das vom Vertrieb unabhängige Zweitvotum, prüft und bestellt Sicherheiten, fertigt Kredit- und Darlehensverträge aus und überwacht Auszahlungen. Grundschulden, Bürgschaften und Sicherungsübereignungen gehören zum täglichen Handwerk, ebenso die laufende Überwachung von Auflagen. In den Ausschreibungen auf banken-jobs.com bildet die Arbeit an Sicherheiten den am häufigsten genannten Aufgabenblock.

Die Marktfolge Passiv betreut die andere Bilanzseite. Kontoführung, Einlagengeschäft, Zahlungsverkehr, Nachlassbearbeitung und Vollmachten fallen hier an, dazu Qualitätssicherung und die Pflege der zugehörigen Prozesse. Beide Zweige eint, dass sie im Hintergrund arbeiten und dennoch unmittelbar am Kundenfall hängen.

Auffällig ist die Verteilung über die Institutsgruppen: Der weit überwiegende Teil der ausgeschriebenen Marktfolge-Stellen entfällt auf Genossenschaftsbanken, ein deutlich kleinerer Teil auf Sparkassen. Das liegt an der Organisationsstruktur der Häuser, denn viele Sparkassen bündeln vergleichbare Tätigkeiten unter anderen Bezeichnungen wie KreditService oder Marktservice.

Der übliche Zugang führt über die Bankausbildung mit anschließender Spezialisierung, häufig ergänzt um den Bankfachwirt. Ebenso finden Bewerber mit wirtschaftswissenschaftlichem Studium ihren Weg hierher. Wer Sorgfalt, juristisches Grundverständnis und Freude an sauberen Prozessen mitbringt, ist in der Marktfolge richtig. Führungsaufgaben und der Wechsel in Kreditanalyse oder Risikomanagement stehen erfahrenen Mitarbeitern offen.

Häufige Fragen zu Marktfolge Jobs

Was ist der Unterschied zwischen Marktfolge Aktiv und Passiv?

Die Marktfolge Aktiv bearbeitet das Kreditgeschäft, also die Aktivseite der Bilanz: Bonitätsanalyse, Zweitvotum, Sicherheiten, Vertragserstellung und Abwicklung. Die Marktfolge Passiv verantwortet das Einlagen- und Kontogeschäft mit Kontoführung, Zahlungsverkehr, Nachlässen und Vollmachten. Beide Bereiche arbeiten unabhängig vom Vertrieb, unterscheiden sich fachlich jedoch deutlich.

Warum trennen Banken Markt und Marktfolge?

Die Bankenaufsicht verlangt, dass Kreditentscheidungen nicht allein von der Einheit getroffen werden, die das Geschäft vertrieblich verantwortet. Durch das unabhängige Zweitvotum der Marktfolge werden Risiken von einer Stelle beurteilt, die kein Vertriebsinteresse am Abschluss hat. Diese funktionale Trennung gilt bis in die Führungsebene hinein.

Welche Qualifikation brauche ich für die Marktfolge?

Der häufigste Weg ist die Bankausbildung, ergänzt um eine Weiterbildung wie den Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt. Ebenso gefragt sind Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge. Wichtiger als der formale Abschluss sind sorgfältige Arbeitsweise, Verständnis für Kreditsicherheiten und die Fähigkeit, Vertragstexte und Auflagen präzise zu erfassen.

Hat man in der Marktfolge Kundenkontakt?

Deutlich weniger als im Vertrieb, aber nicht gar keinen. Der Austausch läuft überwiegend mit den Beratern des eigenen Hauses, mit Notaren, Gutachtern und Rechtsanwälten. In der Marktfolge Passiv kommen Kontakte zu Erben und Bevollmächtigten hinzu. Wer Beratungsgespräche und Vertriebsziele meiden möchte, findet hier die passende Rolle.

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