Risikomanagement Jobs

Das Risikomanagement misst und begrenzt die Risiken einer Bank, vor allem Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken. Risk Manager und Risikocontroller entwickeln Modelle, überwachen Limite und erstellen die Risikoberichte für Vorstand und Aufsicht nach MaRisk. Jobs im Risikomanagement finden sich in allen Institutsgruppen. Gefragt sind in aller Regel quantitative Studiengänge oder Bankpraxis mit Zusatzqualifikation im Risikocontrolling.

109 aktuelle Stellen
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109 Stellen

Risikomanagement Jobs in Zahlen

Auswertung der aktuell 109 offenen Stellen in dieser Kategorie auf banken-jobs.com, täglich aktualisiert.

Häufigste BenefitsWeiterbildung & Entwicklung (60 %)Homeoffice / Mobiles Arbeiten (57 %)30+ Urlaubstage (42 %)Flexible Arbeitszeit (40 %)Jobticket / Deutschlandticket (39 %)

Rollen und Einstiegswege im Risikomanagement

Hinter dem Sammelbegriff Risikomanagement stehen mehrere klar abgegrenzte Rollen. Kreditrisikocontroller betreuen Ratingverfahren und untersuchen das Kreditportfolio auf Klumpen und Branchenkonzentrationen. Marktrisikospezialisten bewerten Zins- und Kurspositionen, Liquiditätsrisikomanager beobachten Zahlungsfähigkeit und Refinanzierungsstruktur. Hinzu kommen Experten für operationelle Risiken, die Schadensfälle auswerten und Auslagerungen an Dienstleister beurteilen, sowie Validierer, die die Modelle der Kollegen unabhängig überprüfen.

Ein wiederkehrender Fixpunkt ist die Risikotragfähigkeit: Die Bank muss jederzeit nachweisen können, dass ihr Kapital die eingegangenen Risiken deckt, auch unter widrigen Szenarien. Stresstests, Kapitalplanung und die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsgremien takten deshalb den Kalender. Dazu kommen Projekte, wenn neue aufsichtliche Vorgaben umzusetzen oder Modelle neu zu kalibrieren sind. Der Arbeitsalltag verbindet Datenarbeit mit Abstimmung: Ergebnisse müssen so aufbereitet sein, dass Entscheider ohne Modellkenntnis sie nachvollziehen können.

Die Organisationsform hängt von der Institutsgröße ab. Landesbanken, Großbanken und Förderbanken beschäftigen spezialisierte Teams je Risikoart, oft mit eigenen Methoden- und Datenabteilungen. In Sparkassen und Genossenschaftsbanken arbeiten Risikocontroller als Generalisten in der Gesamtbanksteuerung und greifen auf Modelle und Software der Verbundrechenzentralen zurück. Wer die ganze Bandbreite einer Bank sehen möchte, ist im Verbund gut aufgehoben, wer tief modellieren will, eher bei den großen Häusern.

Für den Zugang gibt es keinen einzigen Königsweg. Neben den Wirtschaftswissenschaften führen Mathematik, Physik und Wirtschaftsinformatik in die Funktion, Bankpraktiker gelangen über Marktfolge oder Controlling hinein und ergänzen Fachseminare der Akademien. Kenntnisse in SQL und einer Statistiksprache erleichtern den Einstieg spürbar, ebenso die Bereitschaft, aufsichtliche Texte gründlich zu lesen. Internationale Zertifikate wie der Financial Risk Manager sind kein Einstellungskriterium, signalisieren aber Ernsthaftigkeit und Fachinteresse.

Häufige Fragen zu Risikomanagement Jobs

Kann man ohne Studium ins Risikomanagement einsteigen?

Ja, vor allem bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Dort werden Positionen im Risikocontrolling regelmäßig mit Bankkaufleuten besetzt, die sich über den Fachwirt und Seminare der Verbundakademien qualifiziert haben. Bei Landesbanken und Großbanken mit stark quantitativer Ausrichtung ist ein Studium dagegen faktisch Standard, insbesondere in der Modellentwicklung und der Validierung.

Was ist der Unterschied zwischen Risikomanagement und Risikocontrolling?

Im Sprachgebrauch der Banken werden beide Begriffe oft synonym verwendet. Streng genommen bezeichnet Risikocontrolling die unabhängige Überwachungsfunktion, die Risiken misst, Limite kontrolliert und berichtet. Risikomanagement meint darüber hinaus die aktive Steuerung, also Entscheidungen über das Eingehen, Begrenzen oder Absichern von Risiken. Stellenanzeigen meinen mit beiden Titeln meist dieselbe Überwachungsfunktion.

Wie unterscheidet sich das Risikomanagement von der Marktfolge Kredit?

Die Marktfolge prüft und votiert einzelne Kreditengagements, sie entscheidet also fallbezogen. Das Risikomanagement betrachtet dagegen das Gesamtportfolio: Es misst Ausfallwahrscheinlichkeiten über alle Kunden, setzt Limite für Branchen und Größenklassen und berichtet an den Vorstand. Wer aus der Marktfolge wechselt, bringt wertvolles Fallwissen mit, muss den Blick aber auf die Portfolioebene umstellen.

Ist das Risikomanagement ein sicherer Arbeitsbereich?

Die Funktion ist aufsichtlich vorgeschrieben, jede Bank muss ein unabhängiges Risikocontrolling vorhalten. Entsprechend stabil ist der Bedarf, auch bei Fusionen bleiben die Aufgaben bestehen und wachsen mit neuen Vorgaben eher an. Zugleich sind die Kompetenzen übertragbar: Wechsel zu Versicherern, Fondsgesellschaften, Prüfungsgesellschaften oder in die Beratung stehen erfahrenen Risikomanagern offen.

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