Recht & Steuern Jobs bei Banken
Juristen in Banken begleiten Kreditverträge, Sanierungsfälle, Prozesse und aufsichtsrechtliche Fragen. Syndikusrechtsanwälte beraten die Fachbereiche, Steuerspezialisten verantworten Steuererklärungen, Abgeltungsteuer-Themen und Betriebsprüfungen. Solche Stellen bieten vor allem größere Institute, Landesbanken und Verbände. Für Recht und Steuern Jobs bei Banken werden in aller Regel zwei juristische Staatsexamina oder ein Steuerberater-Examen vorausgesetzt.
Recht & Steuern Jobs bei Banken in Zahlen
Auswertung der aktuell 37 offenen Stellen in dieser Kategorie auf banken-jobs.com, täglich aktualisiert.
Was Juristen und Steuerexperten in Banken erwartet
Die Rechtsabteilung einer Bank arbeitet an der Schnittstelle von Zivilrecht, Gesellschaftsrecht und Bankaufsichtsrecht. Juristen prüfen und gestalten Vertragsmuster für das Kredit- und Sicherheitengeschäft, bewerten neue Produkte vor der Einführung und steuern gerichtliche Verfahren gemeinsam mit externen Kanzleien. Hinzu kommt die laufende Unterstützung des Tagesgeschäfts, etwa wenn der Firmenkundenbereich eine ungewöhnliche Sicherheitenkonstruktion strukturieren will oder die Marktfolge ein notleidendes Engagement abwickelt.
Die Steuerfunktion ist in größeren Häusern eigenständig organisiert. Steuerreferenten beurteilen Produkte und Transaktionen aus steuerlicher Sicht, verantworten steuerliche Prozesse im Wertpapiergeschäft und beantworten Fachfragen aus Depotführung und Kundenberatung. Das Steuerberater-Examen erleichtert den Aufstieg in leitende Funktionen, für einzelne Referentenpositionen genügen je nach Institut ein Studium mit Steuerschwerpunkt und einschlägige Berufserfahrung.
Karrierewege führen häufig über die Wirtschaftskanzlei oder eine Prüfungsgesellschaft in die Bank, seltener direkt nach dem Referendariat. Wer als Syndikusrechtsanwalt zugelassen ist, führt seine anwaltliche Tätigkeit im Unternehmen fort. Auch der umgekehrte Wechsel kommt vor: Bankjuristen mit Spezialwissen sind bei Kanzleien mit Banking-Praxis gesuchte Quereinsteiger.
Bei den Arbeitgebern konzentrieren sich die Stellen auf Häuser mit eigener Rechts- und Steuerabteilung: Großbanken, Landesbanken, Förderbanken und zentrale Dienstleister der Verbünde. Auch die Prüfungs- und Regionalverbände der Sparkassen und Genossenschaftsbanken beschäftigen Juristen, die ihre Mitgliedsinstitute beraten. Kleinere Banken kaufen Rechtsrat überwiegend extern ein und besetzen intern eher Generalisten, die Rechtsthemen mit Compliance und Geldwäscheprävention verbinden. Wer den Wechsel aus der Kanzlei erwägt, gewinnt planbarere Strukturen und eine enge Einbindung in unternehmerische Entscheidungen, gibt dafür aber die Bandbreite wechselnder Mandate auf.
Häufige Fragen zu Recht & Steuern Jobs bei Banken
Kann ich als Syndikusrechtsanwalt bei einer Bank arbeiten?
Ja, Banken beschäftigen Syndikusrechtsanwälte in ihren Rechtsabteilungen. Die Zulassung beantragen Sie bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer, die Tätigkeit muss dafür anwaltlich geprägt sein. Viele Häuser unterstützen den Antrag, weil die Zulassung unter anderem den Verbleib im anwaltlichen Versorgungswerk ermöglichen kann. Klären Sie die Voraussetzungen am besten schon im Bewerbungsprozess mit der Personalabteilung.
Welche Rechtsgebiete sind in Banken besonders gefragt?
Im Mittelpunkt stehen Kredit- und Sicherheitenrecht, Bankaufsichtsrecht und Kapitalmarktrecht. Hinzu kommen Insolvenzrecht für Sanierungs- und Abwicklungsfälle, Gesellschaftsrecht bei Beteiligungen und Immobilienrecht rund um Finanzierungssicherheiten. Wachsende Nachfrage besteht im IT- und Datenschutzrecht, etwa bei Auslagerungen an Dienstleister. Arbeitsrechtler finden vor allem in großen Häusern mit eigener Personalrechtsfunktion Stellen.
Wie unterscheidet sich die Arbeit in der Bank von der Kanzlei?
In der Bank beraten Sie einen einzigen Mandanten, das eigene Haus, dafür über alle Themen hinweg und mit direktem Draht zu den Entscheidern. Akquise und abrechenbare Stunden entfallen, die Arbeitszeiten gelten je nach Institut als planbarer als in der Großkanzlei. Streitige Verfahren führen Bankjuristen meist gemeinsam mit externen Kanzleien, statt selbst zu plädieren.
Wie steigen Juristen ohne Prädikatsexamen bei Banken ein?
Neben der klassischen Rechtsabteilung stehen Ihnen Funktionen offen, in denen juristisches Verständnis zählt, aber kein Prädikat verlangt wird: Compliance, Geldwäscheprävention, Kreditsachbearbeitung mit rechtlichem Schwerpunkt oder das Beschwerdemanagement. Berufserfahrung und Fachkenntnis wiegen dort mehr als Examensnoten. Auch Wirtschaftsjuristen mit Bachelor oder Master finden in diesen Bereichen regelmäßig Stellen.