Immobiliengutachter Jobs
Immobiliengutachter ermitteln Markt- und Beleihungswerte für das Kreditgeschäft der Banken, geregelt in der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV). Sie besichtigen Objekte, erstellen Gutachten und plausibilisieren externe Bewertungen in der Marktfolge. Gefragt sind Abschlüsse mit Immobilienbezug und Zertifizierungen wie HypZert. Stellen als Immobiliengutachter oder Sachverständiger für Immobilienbewertung bieten Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Pfandbriefbanken und Bewertungsgesellschaften.
Immobiliengutachter Jobs in Zahlen
Auswertung der aktuell 72 offenen Stellen in dieser Kategorie auf banken-jobs.com, täglich aktualisiert.
Wie werden Sie Immobiliengutachter bei einer Bank?
Für die Immobilienbewertung führen mehrere Wege zum Ziel. Ein Teil der Gutachter kommt aus technischen Studiengängen wie Architektur, Bauingenieurwesen oder Vermessung, ein anderer aus der Immobilienwirtschaft oder aus einer Banklaufbahn mit anschließender Weiterbildung in der Wertermittlung. Entscheidend ist der Nachweis von Fachwissen und Bewertungspraxis: Die verbreiteten Zertifizierungen sind gestuft, von Standardobjekten wie Eigenheimen und Eigentumswohnungen bis zur Qualifikation für alle Objektarten einschließlich Spezialimmobilien. Die Zertifikate müssen regelmäßig erneuert werden, was laufende Fortbildung voraussetzt.
Auch die Aufgaben sind gestufter, als das Berufsbild vermuten lässt. Für kleinere Wohnimmobilien genügen vereinfachte Verfahren mit standardisierten Berichten, großvolumige oder gewerbliche Objekte erfordern Vollgutachten mit Besichtigung, Marktrecherche und ausführlicher Herleitung. Hinzu kommt die turnusmäßige Überprüfung von Bestandswerten, die bei auffälligen Marktbewegungen außerplanmäßig vorgezogen wird. Gutachter pflegen dafür Vergleichsdaten ihres Marktgebiets und tauschen sich mit dem Kreditbereich aus, bleiben in ihrer Werteinschätzung aber organisatorisch unabhängig vom Vertrieb. Jedes Gutachten durchläuft zudem eine Qualitätssicherung durch einen zweiten Sachverständigen.
Die Nachfrage verteilt sich über viele Institutsgruppen. Größere Sparkassen und Genossenschaftsbanken beschäftigen eigene Bewertungsteams, kleinere Häuser beauftragen die Bewertungsgesellschaften ihrer Verbünde. Institute mit Pfandbriefgeschäft stellen besonders strenge Anforderungen an die Beleihungswertermittlung und suchen entsprechend qualifizierte Gutachter, Landesbanken vor allem für gewerbliche Großobjekte. Daneben rekrutieren unabhängige Bewertungsgesellschaften und Fondshäuser laufend Sachverständige.
Der Alltag verbindet Außendienst und Schreibtisch: Objektbesichtigungen mit Fototerminen und Fahrzeiten wechseln sich mit Berichtsphasen ab. Berufseinsteiger starten üblicherweise als Assistenz erfahrener Gutachter, übernehmen zunächst Standardobjekte und wachsen mit jeder Zertifizierungsstufe in schwierigere Bewertungen hinein. Erfahrene Sachverständige leiten Bewertungseinheiten oder lassen sich öffentlich bestellen und vereidigen.
Häufige Fragen zu Immobiliengutachter Jobs
Welche Ausbildung brauche ich als Immobiliengutachter?
Es gibt mehrere Zugänge: ein Studium mit Bau- oder Immobilienbezug, eine immobilienwirtschaftliche Ausbildung mit Weiterbildung in der Wertermittlung oder der Aufstieg aus der Kreditpraxis einer Bank. Für Gutachten im Kreditgeschäft verlangen die Institute anerkannte Zertifizierungen mit Erfahrungsnachweisen, die in Stufen erworben und regelmäßig erneuert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Marktwert und Beleihungswert?
Der Marktwert gibt den Preis an, der am Bewertungsstichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbar wäre. Der Beleihungswert blendet kurzfristige Marktschwankungen und spekulative Elemente aus und soll den dauerhaft erzielbaren Wert einer Immobilie abbilden. Er dient der Bank als vorsichtige Grundlage für die Kreditvergabe und liegt üblicherweise unter dem Marktwert.
Kann ich als Bankkaufmann Immobiliengutachter werden?
Ja, dieser Weg ist verbreitet. Bankkaufleute aus der Baufinanzierung oder Kreditbearbeitung bringen Vorwissen zu Sicherheiten und Beleihungen mit und ergänzen es um Weiterbildungen in der Immobilienbewertung. Danach folgen Praxisjahre als Bewertungsassistent und die Zertifizierung für Standardobjekte, mit der eigenständige Gutachten möglich werden.
Wie viel Außendienst gehört zum Beruf des Immobiliengutachters?
Weniger, als viele erwarten. Besichtigungen bündeln Gutachter meist auf einzelne Tage, die übrige Zeit entfällt auf Recherche, Berechnung und das Schreiben der Gutachten am Schreibtisch. Bei vereinfachten Bewertungen kleinerer Wohnobjekte kann die Besichtigung je nach Verfahren entfallen oder durch Dritte erfolgen. Der Anteil variiert mit Objektart und Marktgebiet.