Bankkaufmann: Aufgaben, Gehalt, Perspektiven und Jobs

Bankkaufleute sind der Kernberuf der Kreditwirtschaft. Zum Jahresende 2025 zählte die amtliche Beschäftigungsstatistik 442.466 Bankkaufleute in Deutschland, und mit 9.798 neuen Ausbildungsverträgen stand der Beruf auf Rang 12 aller Ausbildungsberufe. Dieser Artikel erklärt, was Bankkaufleute tun, wie man den Beruf erlernt, bei welchen Arbeitgebern sie arbeiten, was sie verdienen und welche Wege nach der Ausbildung offenstehen.

Veröffentlicht: 14.10.202614 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bankkaufmann ist der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf des Kreditgewerbes. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist seit 2020 bundesweit einheitlich neu geordnet.
  • Typische Aufgaben: Kunden zu Konten, Zahlungsverkehr, Geldanlage und Vorsorge beraten, Kredite und Baufinanzierungen vorbereiten, Kunden gewinnen und binden, dazu interne Aufgaben in Marktfolge, Steuerung und Kontrolle.
  • Voraussetzungen: Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bringen sechs von zehn Ausbildungsanfängern die Hochschulreife mit, knapp vier von zehn den mittleren Abschluss.
  • Gehalt: Bankkaufleute verdienten 2025 im Median 5.980 € brutto im Monat, die mittlere Hälfte lag zwischen rund 4.700 € und 7.300 € (amtliche Statistik).
  • Zum Jahresende 2025 arbeiteten 442.466 Bankkaufleute sozialversicherungspflichtig in Deutschland, fast alle davon bei Banken, Sparkassen und Bausparkassen.
  • Besonderheit: Der Abschluss ist die Eintrittskarte in nahezu jede Bankrolle. Auf ihm bauen Bankfachwirt, Bankbetriebswirt und das berufsbegleitende Studium auf.

Was ist ein Bankkaufmann?

Ein Bankkaufmann betreut Kunden in allen Geldangelegenheiten und wickelt die Geschäfte eines Kreditinstituts ab: vom Girokonto über die Geldanlage bis zur Baufinanzierung. Rechtlich ist der Bankkaufmann ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bankkaufmann und zur Bankkauffrau (BankkflAusbV), die am 1. August 2020 in Kraft trat und die Vorgängerverordnung von 1997 ablöste. Nach § 2 BankkflAusbV dauert die Berufsausbildung drei Jahre. Der früher eigenständige Sparkassenkaufmann ist bereits 1995 im Bankkaufmann aufgegangen, seither gibt es in der gesamten Kreditwirtschaft nur noch diesen einen Grundberuf. Im Berufsalltag sind die Bezeichnungen Bankkaufleute, Bankfachkraft oder, bei Sparkassen, Sparkassenkaufmann weiterhin gebräuchlich, gemeint ist immer derselbe Abschluss.

Die Größenordnung des Berufs zeigt die amtliche Beschäftigungsstatistik: Zum 31. Dezember 2025 waren in Deutschland 442.466 Bankkaufleute sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter 29.222 Auszubildende. Mit 58,5 % stellen Frauen die Mehrheit, und mehr als jeder vierte Beschäftigte ist 55 Jahre oder älter. Diese Altersstruktur ist einer der Gründe, warum die Banken ihre Ausbildung in den vergangenen Jahren ausgeweitet haben. Der Beruf ist nicht reglementiert, das heißt, niemand braucht eine Zulassung, um in einer Bank zu arbeiten. Praktisch führt jedoch kaum ein Weg an der Ausbildung vorbei: Sie ist die Qualifikation, die Banken und Sparkassen in ihren Stellenanzeigen vom Servicekundenberater bis zur Marktfolge am häufigsten verlangen.

Welche Aufgaben hat ein Bankkaufmann?

Die Ausbildungsordnung bündelt den Beruf in zwölf Berufsbildpositionen, und diese Liste beschreibt zugleich recht genau, was Bankkaufleute später tun. In den Stellenanzeigen der Banken kehren fünf Aufgabenfelder immer wieder, allen voran die ganzheitliche Beratung und das Finanzierungsgeschäft:

Kunden ganzheitlich beraten und betreuen

Der Bankkaufmann ist für seine Kunden der erste Ansprechpartner in allen Geldfragen. Er eröffnet und führt Konten, erklärt Online-Banking und Bezahlverfahren, wickelt den in- und ausländischen Zahlungsverkehr ab und beantwortet Anliegen am Schalter, am Telefon oder per Videoberatung. Die Ausbildungsordnung spricht von ganzheitlicher Beratung: Statt ein einzelnes Produkt zu verkaufen, analysiert der Bankkaufmann die gesamte finanzielle Situation eines Kunden, erkennt aktuelle und künftige Bedarfe und schlägt passende Lösungen vor. Die Dokumentation des Gesprächs und die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben gehören dabei ebenso zum Handwerk wie die freundliche Atmosphäre.

Vermögen aufbauen und absichern

Ob Sparplan, Festgeld, Fonds oder Aktien: Der Bankkaufmann berät zu Anlagemöglichkeiten und bearbeitet Wertpapiergeschäfte, von der Depoteröffnung bis zur Orderabwicklung. Die Ausbildungsordnung räumt dem Block „Vermögen bilden mit Wertpapieren“ mit 26 Wochen den größten Zeitanteil aller Berufsbildpositionen ein. Dazu kommt die Vorsorge: Bausparverträge, Lebens- und Rentenversicherungen sowie Absicherungen gegen Risiken, die Banken in aller Regel über ihre Verbundpartner anbieten, also die Versicherer, Bausparkassen und Fondsgesellschaften des eigenen Verbunds. Wer hier berät, braucht Produktwissen und ein Gespür für die Lebenssituation des Kunden, denn die Empfehlung muss zu Anlagehorizont und Risikobereitschaft passen.

Finanzierungen vorbereiten und begleiten

Das Kreditgeschäft ist das zweite große Standbein. Der Bankkaufmann bietet Konsumentenkredite an, bereitet Baufinanzierungen vor und wirkt an gewerblichen Finanzierungen mit. Dafür prüft er die persönlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen des Kreditnehmers, bewertet Sicherheiten und Bonität, also die Kreditwürdigkeit, begründet Konditionen und erstellt die Kreditvorlage für die Entscheidung. Nach dem Abschluss überwacht er das laufende Kreditverhältnis und erkennt Signale, die auf eine Gefährdung hindeuten. Im Privatkundengeschäft begleitet er Kunden zudem durch den Prozess des Immobilienerwerbs, vom Finanzierungsplan bis zur Auszahlung.

Kunden gewinnen und Beziehungen pflegen

Banken leben von langfristigen Kundenbeziehungen, und der Bankkaufmann hält sie am Leben. Er prüft den eigenen Kundenbestand auf Beratungsanlässe, lädt gezielt zum Gespräch ein, spricht Empfehlungen an und gewinnt Neukunden. Im Beratungsgespräch erkennt er Bedarfe, die über den aktuellen Anlass hinausgehen, und bindet bei Bedarf Spezialisten aus dem Haus oder dem Verbund ein. Diese vertriebliche Seite des Berufs wächst in den Anforderungsprofilen der Banken seit Jahren, in den Anzeigen ist sie heute das am häufigsten genannte Aufgabenfeld, gleich hinter der eigentlichen Beratung.

Bankinterne Aufgaben in Marktfolge und Steuerung

Nicht jeder Bankkaufmann sitzt dem Kunden gegenüber. In der Marktfolge bearbeitet er Kreditanträge, Wertpapierorders und Zahlungsaufträge, die der Vertrieb angestoßen hat, und sorgt dafür, dass die Geschäfte korrekt verbucht und dokumentiert werden. In Steuerung und Kontrolle wertet er Kosten und Erlöse aus, arbeitet im Rechnungswesen oder Controlling mit und überwacht die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien. Auch Revision, Compliance und Personalwesen besetzen Banken gern mit Bankkaufleuten, weil sie die Geschäftsprozesse aus eigener Anschauung kennen.

Wie die Ausbildungsordnung die Gewichte setzt, zeigt die Anlage zur Verordnung. Sie gibt für jede Berufsbildposition einen zeitlichen Richtwert in Wochen vor, aufgeteilt auf die ersten 15 Monate und die restliche Ausbildungszeit:

Berufsbildposition (§ 4 Abs. 2 BankkflAusbV)Richtwert in WochenAusbildungsabschnitt
Vermögen bilden mit Wertpapieren2616. bis 36. Monat
Vermögen bilden mit Sparformen161. bis 15. Monat
Konsumentenkredite anbieten und Abschlüsse vorbereiten161. bis 15. Monat
Liquidität sicherstellen141. bis 15. Monat
Serviceleistungen anbieten121. bis 15. Monat
Kunden ganzheitlich beraten1216. bis 36. Monat
Baufinanzierungen vorbereiten und bearbeiten1216. bis 36. Monat
An gewerblichen Finanzierungen mitwirken1216. bis 36. Monat
Kunden gewinnen und Kundenbeziehungen intensivieren1016. bis 36. Monat
Zu Vorsorge und Absicherung informieren816. bis 36. Monat
Projektorientiert arbeiten61. bis 15. Monat
Instrumente der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle nutzen416. bis 36. Monat

Zeitliche Richtwerte der berufsprofilgebenden Berufsbildpositionen nach § 4 BankkflAusbV und der Anlage (Ausbildungsrahmenplan). Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand Oktober 2026.

Auffällig ist die Verschiebung über die drei Jahre: Die ersten 15 Monate gehören dem Service, dem Konto und dem einfachen Kredit, die zweite Hälfte dem Wertpapiergeschäft, der Baufinanzierung und dem Firmenkunden. Genau in dieser Reihenfolge wächst auch die Verantwortung im späteren Berufsleben.

Wie wird man Bankkaufmann?

Der Standardweg ist die dreijährige duale Ausbildung in einem Kreditinstitut mit begleitender Berufsschule, die an ein bis zwei Wochentagen oder im Blockunterricht stattfindet. Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Berufsbildungsgesetz nicht vor. Die Praxis sieht anders aus: Von den 9.528 Ausbildungsanfängern des Jahres 2024 brachten 60 % die Hochschulreife mit und 39 % einen mittleren Bildungsabschluss. Mit guten Noten in Mathematik und Deutsch ist der Realschulabschluss also eine realistische Eintrittskarte, zumal die Banken ihre Bewerber in Einstellungstests und Auswahltagen auf Auftreten und Persönlichkeit prüfen. Die Nachfrage der Arbeitgeber wächst seit Jahren: 2022 schlossen bundesweit 7.611 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag zum Bankkaufmann, 2025 waren es 9.798, womit der Beruf von Rang 16 auf Rang 12 aller Ausbildungsberufe aufstieg.

Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ist seit 2020 gestreckt, das heißt in zwei Teile geteilt. Teil 1 findet nach § 6 BankkflAusbV im vierten Ausbildungshalbjahr statt und prüft im Bereich „Konten führen und Anschaffungen finanzieren“ schriftlich in 90 Minuten, was in den ersten 15 Monaten gelernt wurde. Teil 2 am Ende der Ausbildung umfasst die Bereiche „Vermögen aufbauen und Risiken absichern“, „Finanzierungsvorhaben begleiten“, „Kunden beraten“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“. Das Herzstück ist das Beratungsgespräch: Nach § 13 BankkflAusbV wählt der Prüfling aus zwei praxisbezogenen Aufgaben eine aus, bereitet sich 15 Minuten vor und führt dann 30 Minuten lang eine Gesprächssimulation. Dieser Bereich wiegt nach § 15 BankkflAusbV 30 % der Gesamtnote, die drei schriftlichen Fachbereiche je 20 %, die Wirtschafts- und Sozialkunde 10 %. Ablauf, Inhalte und Vergütung der Ausbildung erklärt unser Artikel zur Ausbildung zum Bankkaufmann im Detail, die Besonderheiten des größten Ausbilders der Branche der Beitrag zur Ausbildung bei der Sparkasse.

Neben der klassischen Ausbildung führen drei weitere Wege in den Beruf:

  • Duales Studium: Abiturienten verbinden die Ausbildung oder eine Praxisphase in der Bank mit einem Bachelor, meist in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Bank. Welche Modelle und Hochschulen es gibt, zeigt unser Artikel zum dualen Studium bei Banken.
  • Umschulung: Wer bereits einen anderen Beruf hat, kann den Bankkaufmann als verkürzte Umschulung erwerben, in aller Regel in zwei Jahren und häufig gefördert durch die Agentur für Arbeit.
  • Quereinstieg: Vor allem im Service und in der Baufinanzierung stellen Banken auch Bewerber ohne Bankausbildung ein und qualifizieren sie intern. Die passenden Stellen sammelt der Bereich Quereinsteiger Bank.

Welche Soft Skills brauchen Bankkaufleute?

Soft Skills sind die überfachlichen Fähigkeiten, die neben Produkt- und Rechtswissen darüber entscheiden, ob ein Kunde wiederkommt. In den Anforderungsprofilen der Banken stehen vor allem diese sechs:

  • Kommunikationsstärke im Gespräch und in der schriftlichen Beratung
  • Kunden- und Serviceorientierung
  • Eigeninitiative und selbstständiges Arbeiten
  • Lernbereitschaft für neue Produkte, Regeln und digitale Werkzeuge
  • Teamfähigkeit in Filiale und Beratungscenter
  • Sorgfalt und Verschwiegenheit im Umgang mit Geld und Daten

Die vier wichtigsten im Detail:

Kommunikationsstärke

Ein Beratungsgespräch ist nur so gut wie seine Verständlichkeit. Der Bankkaufmann erklärt einem Rentner das Online-Banking, einer jungen Familie die Baufinanzierung und einem Handwerksbetrieb die Betriebsmittellinie, jedes Mal in einer anderen Tonlage. Dass die Prüfungsordnung das Beratungsgespräch mit 30 % am stärksten gewichtet, zeigt, wie zentral diese Fähigkeit für den Beruf ist. Wer gern zuhört, Fragen stellt und komplexe Dinge einfach erklärt, bringt die wichtigste Grundlage mit.

Kunden- und Serviceorientierung

Banken verkaufen austauschbare Produkte, der Unterschied entsteht im Umgang mit dem Kunden. Serviceorientierung heißt, ein Anliegen zu Ende zu bringen, auch wenn es nicht ins eigene Ressort fällt, verlässlich zurückzurufen und im Gespräch den Nutzen des Kunden vor den eigenen Abschluss zu stellen. Die Ausbildungsordnung formuliert das als Ziel, vom Kunden weiterempfohlen zu werden. In der Praxis ist diese Haltung der Grund, warum viele Kunden ihrem Berater über Jahrzehnte treu bleiben.

Eigeninitiative

Kaum eine Anforderung nennen die Banken so häufig wie selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten. Der Bankkaufmann plant seine Kundentermine selbst, erkennt Beratungsanlässe im eigenen Bestand, ohne dass jemand ihn darauf hinweist, und treibt offene Vorgänge voran. In Beratungscentern und in der Videoberatung, wo die Führungskraft nicht nebenan sitzt, ist diese Selbststeuerung die Voraussetzung dafür, dass das Geschäft läuft.

Sorgfalt und Verschwiegenheit

Jede Buchung, jede Kreditvorlage und jedes Beratungsprotokoll muss auch Jahre später einer Prüfung standhalten, denn Banken werden von der Aufsicht und der Internen Revision an ihrer Dokumentation gemessen. Dazu kommt das Bankgeheimnis: Der Bankkaufmann kennt die Vermögensverhältnisse seiner Kunden und behandelt sie vom ersten Tag an vertraulich. Diese Verlässlichkeit im Kleinen ist die Grundlage des Vertrauens, von dem der ganze Beruf lebt.

Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Bankkaufleute?

Bankkaufleute arbeiten fast ausschließlich in ihrer Branche: Von den 236.334 Vollzeitbeschäftigten der Berufsgattung, die der Entgeltatlas für 2025 auswertet, entfielen 227.641 auf das Finanz- und Versicherungsgewerbe, also gut 96 %. Innerhalb der Branche verteilen sich die Arbeitgeber auf drei Säulen, die sich in Größe, Kultur und Tarif unterscheiden. Die Bundesbank zählte zum Jahresende 2025 insgesamt 1.327 Kreditinstitute mit 16.799 Zweigstellen in Deutschland:

BankengruppeInstitute Ende 2025Zweigstellen Ende 2025Beschäftigte 2024
Sparkassen3426.671193.600
Kreditgenossenschaften (Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda, PSD)6346.091143.050
Private Banken (Groß-, Regional- und Auslandsbanken) und private Bausparkassen2403.237154.600
Landesbanken, Förderbanken, öffentliche Bausparkassen, Spezialinstitute11180052.100
Kreditgewerbe gesamt1.32716.799543.350

Institute und Zweigstellen: Deutsche Bundesbank, Bankstellenstatistik 2025 (Bestand am 31.12.2025, private Banken = Großbanken, Regionalbanken, Zweigstellen ausländischer Banken und private Bausparkassen; vierte Zeile = übrige Gruppen). Beschäftigte: Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken), Personalstatistik, Stand 2024. Abgerufen im Oktober 2026.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken bilden das Rückgrat der Fläche: Zusammen betreiben sie drei Viertel aller Zweigstellen, und in den Stellenanzeigen, die den Bankkaufmann verlangen, stellen sie zu etwa gleichen Teilen den Großteil der Arbeitgeber. Der Alltag dort ist regional, generalistisch und filialnah, mit festem Kundenstamm und kurzen Wegen zu Spezialisten im Haus. Die privaten Banken, von der Deutschen Bank und Commerzbank über Direktbanken bis zu Regional- und Auslandsbanken, arbeiten arbeitsteiliger, mit zentralen Beratungscentern, Telefon- und Videoberatung und teils englischer Arbeitssprache. Landesbanken und Förderbanken haben kaum Privatkundengeschäft, dort arbeiten Bankkaufleute in Firmenkunden-, Kredit- und Abwicklungsbereichen. Dazu kommen Bausparkassen und Versicherer, die Bankkaufleute für Vertrieb und Finanzierungsberatung einstellen.

Der Arbeitsort hat sich dabei verschoben. Die Zahl der Zweigstellen sank von 20.446 Ende 2022 auf 16.799 Ende 2025, ein Rückgang um rund 18 % in drei Jahren, und die Bankstellendichte stieg von 2.931 Einwohnern je Bankstelle im Jahr 2019 auf rund 4.346 im Jahr 2024. Beratung findet entsprechend häufiger im Beratungscenter, am Telefon oder per Video statt, und im privaten Bankgewerbe arbeiteten 2024 zwei Drittel der Beschäftigten mindestens einmal pro Woche von zu Hause. Wer die Filiale liebt, findet sie weiterhin, vor allem bei Sparkassen und Volksbanken. Wer lieber digital berät, findet bei Direktbanken und in den Beratungscentern der Großbanken sein Feld.

Aktuelle Stellen für Bankkaufleute

Das Stellenspektrum reicht vom Servicekundenberater in der Filiale über Privat- und Individualkundenberater bis zur Sachbearbeitung in Kredit und Marktfolge. Die meisten Anzeigen bündelt bei uns der Bereich Bankkaufmann-Jobs, die Beratungsrollen der Bereich Privatkundenberater-Jobs und das gesamte Vertriebsfeld der Bereich Beratung & Vertrieb. Offene Ausbildungsplätze finden Sie unter Bank-Ausbildung:

Offene Stellen für Bankkaufleute

Aktuell 1.235 offene Stellen für Bankkaufleute in Beratung und Service bei Banken und Sparkassen.

17.10.2026
Beratung & Vertrieb

Firmenkundenberater/in (m/w/d)

Sparkasse am Niederrhein – Sparkasse des Kreises Wesel und der Städte Moers, Neukirchen- Vluyn und Rheinberg –
MoersTVÖDTeilzeit, VollzeitFirmenkunden & CorporateRetail & Privatkunden30+ UrlaubstageBetriebliche AltersvorsorgeBetriebliche Gesundheit & SportFlexible Arbeitszeit+3 mehr
17.10.2026
Beratung & Vertrieb

Gewerbekundenberater (w/m/d)

Kreissparkasse Heilbronn
HeilbronnTeilzeit, VollzeitFirmenkunden & CorporateRetail & Privatkunden30+ UrlaubstageBetriebliche AltersvorsorgeBetriebliche Gesundheit & SportFamilienfreundlich / Kinderbetreuung+6 mehr
17.10.2026
Beratung & Vertrieb

Privatkundenberater/in (m/w/d)

Kreissparkasse Diepholz
SykeTVÖDTeilzeit, VollzeitRetail & Privatkunden30+ UrlaubstageBetriebliche AltersvorsorgeBetriebliche Gesundheit & SportFamilienfreundlich / Kinderbetreuung+4 mehr

Wie hoch ist das Gehalt eines Bankkaufmanns?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, gestützt auf die amtliche Beschäftigungsstatistik, wies für Bankkaufleute auf Fachkraft-Niveau im Jahr 2025 ein Medianentgelt von 5.980 € brutto im Monat aus. Die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten verdiente also mehr, die andere Hälfte weniger. Deutlich wird vor allem der Sprung mit den Berufsjahren:

Auswertung (Vollzeit, 2025)Medianunteres Viertel bisoberes Viertel ab
Bankkaufleute gesamt (Fachkraft)5.980 €4.687 €7.341 €
unter 25 Jahre4.007 €3.621 €4.455 €
25 bis unter 55 Jahre6.043 €4.825 €7.328 €
ab 55 Jahre6.491 €5.224 €7.784 €
Bankkaufleute, Spezialist (mit Fortbildung)6.681 €5.433 €7.928 €

Monatliche Brutto-Medianentgelte sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter, Beruf Bankkaufleute (KldB 72112 Fachkraft, 72113 Spezialist), Beschäftigungsstatistik 2025. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen im Oktober 2026.

Gehaltsspannen der Bankkaufleute: mittlere 50 % nach Altersgruppe (2025)

unter 25 Jahre 3.621–4.455 €

25 bis unter 55 Jahre 4.825–7.328 €

ab 55 Jahre 5.224–7.784 €

Spezialist (mit Fortbildung) 5.433–7.928 €

3.5004.5005.5006.5007.5008.000

Angaben in € brutto im Monat

Hinter dem Durchschnitt stecken erhebliche regionale Unterschiede, die vor allem dem Bankenplatz Frankfurt geschuldet sind. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht der Medianentgelte in allen 16 Bundesländern:

Bundesland (Vollzeit, 2025)Medianunteres Viertel bisoberes Viertel ab
Hessen7.127 €5.770 €nicht ausgewiesen
Hamburg6.486 €5.267 €7.483 €
Berlin6.382 €5.301 €7.423 €
Nordrhein-Westfalen5.886 €4.634 €7.256 €
Schleswig-Holstein5.802 €4.491 €7.128 €
Niedersachsen5.760 €4.556 €7.032 €
Baden-Württemberg5.751 €4.581 €7.004 €
Bremen5.737 €4.775 €6.963 €
Bayern5.633 €4.449 €7.002 €
Sachsen5.509 €4.456 €6.651 €
Rheinland-Pfalz5.483 €4.416 €6.697 €
Saarland5.385 €4.326 €6.549 €
Mecklenburg-Vorpommern5.380 €4.342 €6.353 €
Sachsen-Anhalt5.217 €4.302 €6.249 €
Brandenburg5.185 €4.247 €6.421 €
Thüringen4.973 €4.135 €6.085 €

Monatliche Brutto-Medianentgelte sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter, Beruf Bankkaufleute (KldB 72112), nach Arbeitsort, Beschäftigungsstatistik 2025; in Hessen liegt das obere Viertel über der Beitragsbemessungsgrenze und wird nicht ausgewiesen. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen im Oktober 2026.

Zwischen Hessen und Thüringen liegen im Median über 2.100 € im Monat. Die Statistik zählt dabei Tätigkeiten, nicht Zeugnisse: Wer nach dem Bankfachwirt eine Spezialistenrolle übernimmt, erscheint in der höheren Gattung. Für Berufseinsteiger ist der Tarifvertrag die bessere Orientierung. Im privaten Bankgewerbe beginnt die Tarifgruppe für Tätigkeiten mit abgeschlossener Ausbildung seit Juli 2026 bei 3.032 € im Monat, bei den Genossenschaftsbanken bei 3.205 €, und die Sparkassen gruppieren Service- und Privatkundenberater nach dem TVöD, dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, in die Entgeltgruppen 5 bis 9a ein. Wie sich das Gehalt von der Ausbildung über die Berufsjahre bis zur Spezialistenebene entwickelt, zeigt unser Artikel zum Bankkaufmann-Gehalt, die drei Tarifwelten erklärt der Beitrag zum Tarifvertrag der Banken.

Welche Perspektiven haben Bankkaufleute?

Der Bankkaufmann ist weniger ein Endpunkt als ein Startplatz. Die Bundesagentur für Arbeit führt neun Einsatzfelder, in die der Beruf unmittelbar führt, von der Kundenberatung in Bank und Sparkasse über die Kreditsachbearbeitung, die Gewerbekundenberatung und die Beratung für Immobilienfinanzierung bis zur Anlageberatung und zur Wertpapiersachbearbeitung. Dazu kommen Spezialrollen in Marktfolge, Revision, Compliance und Personalwesen, die Banken bevorzugt mit Bankkaufleuten besetzen. Typische Laufbahnen nach der Ausbildung:

  • Beratung und Vertrieb: vom Servicekundenberater über den Privatkunden- und Individualkundenberater bis zum Firmenkundenberater oder Vermögensberater, häufig mit Spezialisierung auf Baufinanzierung oder Wertpapiere.
  • Kredit und Marktfolge: Kreditsachbearbeiter, Kreditanalyst oder Spezialist für gewerbliche Finanzierungen, mit wachsender Kompetenzstufe in der Kreditentscheidung.
  • Stab und Steuerung: Controlling, Rechnungswesen, Interne Revision, Compliance, Organisation und IT-nahe Rollen, in denen das Prozesswissen aus dem Kundengeschäft zählt.
  • Führung: Teamleitung, Filial- oder Geschäftsstellenleitung, später Bereichsleitung, in aller Regel verbunden mit einer Aufstiegsfortbildung.

Die Fortbildungsleiter der Branche ist dafür fest gefügt. Die naheliegende erste Stufe ist der Bankfachwirt, die bundesweit geregelte IHK-Fortbildung auf Bachelor-Niveau, bei Sparkassen der verbundeigene Sparkassenfachwirt. Darauf baut der Bankbetriebswirt auf, und wer die Hochschulreife mitbringt oder über die Fortbildung erwirbt, kann berufsbegleitend einen Bachelor in Bank- oder Finanzwirtschaft anschließen. Daneben führt die Bundesagentur den Fachwirt für Finanzberatung und den Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen als amtliche Aufstiegswege. In den Anzeigen der Banken ist die Formel „Bankkaufmann mit Weiterbildung zum Bankfachwirt oder vergleichbare Qualifikation“ die Standardanforderung für gehobene Beratungs- und Kreditrollen, und ein Studium wird dort meist als gleichwertige Alternative genannt.

Wie steht es um die Zukunft des Berufs? Die Berufsgruppe der Versicherungs- und Finanzdienstleistungen wird nach den Projektionen der Bundesagentur bis 2040 an Erwerbstätigen verlieren, und seit 1991 hat das Kreditgewerbe rund 200.000 Beschäftigte abgebaut, von 744.800 auf 543.350 im Jahr 2024. Gleichzeitig ist der Anteil der über 55-Jährigen hoch, Arbeitgeber brauchten schon 2023 überdurchschnittlich lange, um eine Stelle in der Berufsgruppe zu besetzen, und die Ausbildungszahlen steigen seit vier Jahren. Für den einzelnen Bankkaufmann heißt das: weniger Schalter, mehr Beratung, mehr digitale Kanäle und ein Arbeitsmarkt, auf dem qualifizierte Berater gesucht werden. Die Bundesagentur nennt als Trends den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Kundenansprache sowie Open Banking und Embedded Finance, an die Bankfachkräfte ihre Beratung laufend anpassen. Wer diese Entwicklung mitgeht, hat in der Kreditwirtschaft einen sicheren Platz.

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Fazit

Der Bankkaufmann ist der Grundberuf der Kreditwirtschaft: ein dreijähriger, bundesweit einheitlich geregelter Ausbildungsberuf, der Beratung, Finanzierung, Anlage und Abwicklung in einem Profil vereint und in nahezu jede Rolle einer Bank führt. Mit einem Medianentgelt von knapp 6.000 € und einer klaren Fortbildungsleiter über Bankfachwirt und Bankbetriebswirt bietet er solide Perspektiven, auch wenn Filialen schließen und die Beratung digitaler wird. Wer gern mit Menschen und Zahlen arbeitet, sorgfältig ist und sich auf neue Werkzeuge einlässt, findet hier einen Beruf mit Zukunft. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

Häufige Fragen zum Bankkaufmann

Ergänzend beantworten wir vier Fragen, die zum Beruf besonders häufig gestellt werden.

Was macht ein Bankkaufmann den ganzen Tag?

Das hängt vom Einsatzfeld ab. In der Filiale wechseln sich Servicetermine, Beratungsgespräche zu Konto, Anlage und Kredit sowie die Vor- und Nachbereitung dieser Gespräche ab, dazu kommen Telefonate und Videoberatungen. In der Marktfolge bearbeitet der Bankkaufmann Kreditanträge, Wertpapierorders und Zahlungsaufträge, die der Vertrieb angestoßen hat. Die Ausbildungsordnung fasst das in zwölf Berufsbildpositionen zusammen, von „Serviceleistungen anbieten“ bis „an gewerblichen Finanzierungen mitwirken“.

Hat der Beruf Bankkaufmann noch Zukunft?

Ja, aber er verändert sich. Die Zahl der Zweigstellen sinkt seit Jahren, und Routinevorgänge wandern ins Online-Banking. Gleichzeitig stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge von 7.611 im Jahr 2022 auf 9.798 im Jahr 2025, weil die Banken eine große Altersgruppe ersetzen müssen: Mehr als jeder vierte Bankkaufmann ist 55 Jahre oder älter. Gefragt sind Berater, die komplexe Themen wie Baufinanzierung, Vorsorge und Vermögensaufbau persönlich und digital begleiten können.

Welchen Schulabschluss braucht man als Bankkaufmann?

Rechtlich keinen bestimmten, das Berufsbildungsgesetz schreibt keine Vorbildung vor. Im Jahr 2024 hatten 60 % der Ausbildungsanfänger die Hochschulreife und 39 % einen mittleren Bildungsabschluss. Ein guter Realschulabschluss mit soliden Noten in Mathematik und Deutsch ist deshalb eine realistische Grundlage, vor allem bei Sparkassen und Volksbanken in der Fläche. Wer dual studieren möchte, braucht die Hochschulreife oder die Fachhochschulreife.

Was ist der Unterschied zwischen Bankkaufmann und Sparkassenkaufmann?

Heute keiner mehr. Der Sparkassenkaufmann war bis 1995 ein eigener Ausbildungsberuf und ist seitdem im Bankkaufmann aufgegangen. Sparkassen bilden seither ebenfalls Bankkaufleute aus, nach derselben Verordnung und mit derselben IHK-Prüfung. Die Bezeichnung lebt nur noch in der Entgeltordnung des Sparkassen-Tarifs und in älteren Stellenprofilen fort. Unterschiede gibt es erst bei der Weiterbildung, wo die Sparkassen mit dem Sparkassenfachwirt einen verbundeigenen Weg neben dem IHK-Bankfachwirt anbieten.