Das Wichtigste in Kürze
- Bankkaufmann ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf: drei Jahre, Lernorte Bank und Berufsschule, Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.
- 2025 wurden bundesweit 9.798 neue Ausbildungsverträge geschlossen, Rang 12 aller Ausbildungsberufe und das dritte Wachstumsjahr in Folge (BIBB).
- Voraussetzungen: Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben; 60 % der Ausbildungsanfänger bringen die Hochschulreife mit, 39 % einen mittleren Abschluss.
- Vergütung: je nach Tarifbereich; im privaten Bankgewerbe seit Juli 2026 zwischen 1.400 € im ersten und 1.550 € im dritten Ausbildungsjahr.
- Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 folgt bereits im vierten Ausbildungshalbjahr, Teil 2 am Ende, mit einer Beratungs-Gesprächssimulation als größtem Einzelbaustein (30 % der Gesamtnote).
- Nach der Ausbildung lag das Medianentgelt der Berufsgattung 2025 bei 5.980 € brutto im Monat; der klassische Aufstieg führt über den Bankfachwirt.
Was ist die Ausbildung zum Bankkaufmann?
Die Ausbildung zum Bankkaufmann ist eine dreijährige duale Berufsausbildung: Sie lernen im Kreditinstitut und in der Berufsschule und legen Ihre Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer ab. Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bankkaufmann und zur Bankkauffrau (Bankkaufleuteausbildungsverordnung), die seit dem 1. August 2020 gilt und den Beruf neu geordnet hat. Im Zentrum steht seither die ganzheitliche Kundenberatung: vom Konto über Geldanlage und Vorsorge bis zur Finanzierung.
Der Beruf gehört zu den traditionsreichsten kaufmännischen Ausbildungen: Staatlich anerkannt wurde er 1961, im Jahr 1995 ging der frühere Sparkassenkaufmann im Bankkaufmann auf, und nach der Neuordnung von 1997 brachte die Reform von 2020 das heutige, beratungsorientierte Berufsbild. Umgangssprachlich ist schlicht von der Bankausbildung oder der Banklehre die Rede, gemeint ist stets derselbe IHK-Beruf.
Zuletzt hat der Beruf deutlich an Zulauf gewonnen. Nach 8.700 Neuabschlüssen im Jahr 2023 und 9.519 im Jahr 2024 zählte das Bundesinstitut für Berufsbildung für 2025 bundesweit 9.798 neue Ausbildungsverträge, Rang 12 aller Ausbildungsberufe. Die Verteilung ist dabei nahezu ausgeglichen: 54,5 % der neuen Auszubildenden waren Männer, 45,5 % Frauen.
Welche Voraussetzungen brauchen Sie?
Rechtlich schreibt das Berufsbildungsrecht keine bestimmte Vorbildung vor, die Ausbildung steht formal mit jedem Schulabschluss offen. Faktisch besetzen die Institute ihre Plätze überwiegend mit höheren Abschlüssen: 60 % der Ausbildungsanfänger des Jahres 2024 brachten die Hochschulreife mit, 39 % einen mittleren Bildungsabschluss (Berufsbildungsstatistik des BIBB). Ein mittlerer Abschluss ist damit eine realistische Eintrittskarte, zumal viele Häuser in ihren Auswahlverfahren stärker auf Auftreten, Kundenorientierung und Zahlenverständnis achten als auf die Zeugnisnote allein.
Der Auswahlprozess selbst folgt bei den meisten Instituten einem ähnlichen Muster: Auf die Online-Bewerbung folgen üblicherweise ein Eignungstest und ein persönliches Gespräch, größere Häuser ergänzen ein Auswahlverfahren mit Gruppenübungen. Wer im Kundengeschäft einer Bank arbeiten möchte, sollte Freude am Umgang mit Menschen mitbringen, dazu Interesse an Wirtschafts- und Finanzthemen und Sorgfalt im Umgang mit Zahlen. Ebenso zählt Diskretion, denn Bankgeschäfte sind Vertrauenssache.
Wie ist die Ausbildung aufgebaut und welche Inhalte lernen Sie?
Die Ausbildungsordnung beschreibt zwölf berufsprofilgebende Positionen, die im Betrieb nach einem verbindlichen Rahmenplan vermittelt werden. Inhaltlich lassen sie sich in drei Blöcke bündeln:
- Konto und Service: Serviceleistungen anbieten, Konten führen, Zahlungsverkehr abwickeln und die Liquidität der Kunden im Blick behalten.
- Vermögen und Vorsorge: Anlage auf Konten und in Sparformen, das Wertpapiergeschäft als größter Einzelblock der Ausbildung (26 Wochen Richtwert) sowie Information zu Vorsorge und Absicherung.
- Kredit und Finanzierung: Konsumentenkredite anbieten, Baufinanzierungen vorbereiten und bearbeiten, an gewerblichen Finanzierungen mitwirken.
Hinzu kommen Kundengewinnung, kaufmännische Steuerung und projektorientiertes Arbeiten. Wahlqualifikationen sieht die Verordnung nicht vor, alle Auszubildenden durchlaufen dasselbe Berufsbild. Das ist eine bewusste Entscheidung der Neuordnung: Der Bankkaufmann soll das gesamte Kundengeschäft überblicken, die Spezialisierung folgt erst im Berufsleben. Bei entsprechender Vorbildung, etwa mit Abitur oder einer vorherigen Ausbildung, lässt sich die Ausbildungszeit auf gemeinsamen Antrag nach § 8 BBiG verkürzen.
Im Betrieb durchlaufen Sie die Marktbereiche Ihres Instituts, vom Service über die Privatkundenberatung bis zu ersten Einblicken in Baufinanzierung oder Firmenkundengeschäft, begleitend vermittelt die Berufsschule das theoretische Fundament. Eine gesonderte Zwischenprüfung sieht die Verordnung nicht vor: Deren Funktion übernimmt Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung, der die Inhalte der ersten 15 Ausbildungsmonate abdeckt.
Wie läuft die Abschlussprüfung ab?
Die Abschlussprüfung ist gestreckt und besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen. Teil 1 legen Sie bereits im vierten Ausbildungshalbjahr ab, sein Ergebnis zählt voll in die Abschlussnote. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und enthält mit der Gesprächssimulation „Kunden beraten“ den am stärksten gewichteten Baustein: ein 30-minütiges Beratungsgespräch, für das Sie aus zwei Aufgaben eine auswählen und sich 15 Minuten vorbereiten. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht:
| Prüfungsbereich | Zeitpunkt und Form | Gewicht |
|---|---|---|
| Konten führen und Anschaffungen finanzieren | Teil 1, schriftlich 90 Min. | 20 % |
| Vermögen aufbauen und Risiken absichern | Teil 2, schriftlich 90 Min. | 20 % |
| Finanzierungsvorhaben begleiten | Teil 2, schriftlich 90 Min. | 20 % |
| Kunden beraten | Teil 2, Gesprächssimulation 30 Min. | 30 % |
| Wirtschafts- und Sozialkunde | Teil 2, schriftlich 60 Min. | 10 % |
Prüfungsstruktur und Gewichtung nach der Bankkaufleuteausbildungsverordnung (§§ 6 bis 15), gesetze-im-internet.de, Stand Juli 2026.
Bestanden ist die Prüfung, wenn das Gesamtergebnis und Teil 2 jeweils mindestens „ausreichend“ sind, mindestens drei der vier Bereiche von Teil 2 ausreichend ausfallen und keiner mit „ungenügend“ bewertet wird. Bei einer einzelnen schwachen schriftlichen Leistung kann eine mündliche Ergänzungsprüfung den Ausschlag geben.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?
Die Vergütung hängt davon ab, in welchem Tarifbereich Ihr Institut zu Hause ist, denn die Kreditwirtschaft kennt drei getrennte Tarifwelten: das private Bankgewerbe, die öffentlichen Banken und die Genossenschaftsbanken. Die aktuellen Sätze je Ausbildungsjahr:
| Tarifbereich | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Privates Bankgewerbe | 1.400 € | 1.470 € | 1.550 € | seit 01.07.2026 |
| Öffentliche Banken (TVAöD) | 1.368,26 € | 1.418,20 € | 1.464,02 € | seit 01.05.2026 |
| Genossenschaftsbanken (AVR) | 1.313 € | 1.374 € | 1.446 € | seit 01.08.2025 |
Ausbildungsvergütungen laut Gehaltstabellen der Tarifpartner: ver.di/AGV Banken (Tarifabschluss 2024), VKA-Lesefassung TVAöD Besonderer Teil BBiG, Vergütungstarifvertrag des AVR. Stand Juli 2026.
Ausbildungsvergütung: Spanne vom 1. bis 3. Ausbildungsjahr
Privates Bankgewerbe 1.400–1.550 €
Öffentliche Banken (TVAöD) 1.368–1.464 €
Genossenschaftsbanken (AVR) 1.313–1.446 €
Angaben in € im Monat (gerundet)
Die Genossenschaftsbanken haben darüber hinaus bereits die nächste Stufe vereinbart: Zum 1. August 2026 steigen die AVR-Sätze auf 1.443 €, 1.504 € und 1.576 € und ziehen damit an die Spitze. Dual Studierende erhalten im privaten Bankgewerbe eine eigene Vergütungsstufe von 1.640 € im Monat. Bei Sparkassen gelten Besonderheiten des Sparkassen-Tarifs im TVöD, die von den TVAöD-Sätzen abweichen können; maßgeblich ist hier die Auskunft des jeweiligen Hauses. Unabhängig vom Tarifbereich zählt die Bankausbildung damit zu den besser vergüteten kaufmännischen Ausbildungen in Deutschland.
Bei welchen Banken machen Sie die Ausbildung?
Ausgebildet wird in allen drei Säulen der Kreditwirtschaft, und der Charakter der Ausbildung unterscheidet sich spürbar. Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken bilden flächendeckend aus, in aller Regel mit wenigen Plätzen je Haus, dafür mit früher Kundenverantwortung in der Filiale und hoher Übernahmeorientierung. Großbanken und überregionale Institute bündeln größere Azubi-Jahrgänge an ihren Standorten und bieten mehr Einblicke in Spezialbereiche. Hinzu kommen Bausparkassen und Spezialinstitute: Unter den Häusern mit den meisten offenen Ausbildungsanzeigen auf banken-jobs.com stehen neben der HypoVereinsbank und der BBBank auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die ihre Plätze für den Außendienst je Standort einzeln ausschreibt und deshalb besonders präsent ist.
Aktuelle Ausbildungsplätze bei Banken
Alle Ausbildungs-Stellen der Branche bündelt unser Bereich Bank-Ausbildung, die dualen Studienplätze finden Sie im Bereich Duales Studium Bank. Wer zunächst hineinschnuppern möchte, wird im Bereich Praktikum Bank fündig, und die verwandte Abiturienten-Ausbildung sammelt der Bereich Finanzassistent:
Offene Ausbildungsplätze zum Bankkaufmann
Aktuell 805 offene Ausbildungsplätze zum Bankkaufmann bei Banken und Sparkassen.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Mit dem Abschluss beginnt in aller Regel die Arbeit in der Kundenberatung oder im Service, je nach Institut auch in der Marktfolge oder im Zahlungsverkehr. Von dort verzweigen sich die Wege: in die gehobene Privatkundenberatung, in die Baufinanzierung, ins Firmenkundengeschäft oder in Spezialbereiche wie Wertpapier und Vorsorge. Finanziell bietet der Beruf eine solide Basis: Das Medianentgelt der Berufsgattung der Bankkaufleute lag 2025 bei 5.980 € brutto im Monat. Der Wert bildet alle sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten der Gattung ab, vom Berufseinsteiger bis zum langjährigen Berater, und ist deshalb als Perspektive zu lesen, nicht als Einstiegsgehalt.
Darüber hinaus ist die Ausbildung das Fundament einer gestuften Fortbildungsleiter. Der klassische nächste Schritt ist der Bankfachwirt, die IHK-Aufstiegsfortbildung auf Bachelor-Niveau, die in den Anforderungsprofilen der Institute am häufigsten verlangt wird. Ebenso stehen Spezialisierungen offen, etwa in der Baufinanzierung, im Firmenkundengeschäft oder im Wertpapierbereich. Abiturienten, die Ausbildung und Studium verbinden wollen, können alternativ direkt ein duales Studium wie BWL-Bank an einer Dualen Hochschule beginnen; Voraussetzung ist ein Vertrag mit einer Partnerbank.
Fazit
Die Ausbildung zum Bankkaufmann ist ein wachsender, gut vergüteter und klar strukturierter Einstieg in die Kreditwirtschaft: drei Jahre, ein beratungsorientiertes Berufsbild und eine gestreckte Prüfung, die Sie Schritt für Schritt zum Abschluss führt. Mit dem Bankfachwirt und weiteren Fortbildungen ist der Weg danach nach oben offen. Auf banken-jobs.com finden Sie täglich aktualisierte Ausbildungsplätze in ganz Deutschland. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
Häufige Fragen zur Ausbildung
Ergänzend beantworten wir vier Fragen, die Bewerber vor dem Ausbildungsstart besonders beschäftigen.
Werden Auszubildende nach der Ausbildung übernommen?
Eine amtliche Übernahmequote speziell für Bankkaufleute gibt es nicht. In der Praxis bilden Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihren Nachwuchs gezielt für den eigenen Bedarf aus, die Chancen auf ein Übernahmeangebot stehen bei guten Leistungen entsprechend gut. Verbindlich wird es erst mit dem Arbeitsvertrag, fragen Sie deshalb im Bewerbungsgespräch ruhig nach der Übernahmepraxis des Hauses.
Ausbildung oder duales Studium Bank?
Die Ausbildung führt schneller in die Kundenverantwortung und lässt die Weiterbildungsentscheidung offen, etwa Richtung Bankfachwirt. Das duale Studium verbindet Praxisphasen mit einem Bachelor und zielt eher auf Fach- und Führungslaufbahnen, verlangt dafür die Hochschulreife und einen Studienvertrag mit einer Partnerbank. Beide Wege werden vergütet, im privaten Bankgewerbe liegen dual Studierende mit 1.640 € im Monat über den Azubi-Sätzen.
In welchem Tarifbereich verdienen Auszubildende am meisten?
Nach den aktuellen Tabellen führt das private Bankgewerbe mit 1.400 € bis 1.550 € je nach Ausbildungsjahr. Die Reihenfolge verschiebt sich allerdings: Zum 1. August 2026 heben die Genossenschaftsbanken ihre Sätze auf 1.443 € bis 1.576 € an und übernehmen damit die Spitze. Die Unterschiede zwischen den Tarifbereichen bleiben insgesamt moderat.
Passt die Ausbildung auch für Studienabbrecher?
Ja, Studienabbrecher sind bei Banken gern gesehene Bewerber, gerade mit wirtschaftsnahen Studienleistungen. Bei entsprechender Vorbildung kommt eine Verkürzung der Ausbildungszeit nach § 8 BBiG in Betracht, die Sie gemeinsam mit dem Institut bei der Kammer beantragen. Sprechen Sie das Thema am besten schon im Vorstellungsgespräch an.






