Das Wichtigste in Kürze
- Die Sparkassen sind mit rund 15.030 Auszubildenden (Ende 2025) und fast 200.000 Beschäftigten die größte Arbeitgebergruppe der Kreditwirtschaft. Kernberuf ist der Bankkaufmann, dazu kommen weitere kaufmännische Berufe und duale Studiengänge.
- Vergütung: Sparkassen-Azubis erhalten nach dem Sparkassen-Tarif seit dem 1. Mai 2026 1.418,20 € im ersten, 1.464,02 € im zweiten und 1.527,59 € im dritten Jahr, dazu 40 € vermögenswirksame Leistungen, eine Jahressonderzahlung und 400 € Abschlussprämie.
- Voraussetzungen: Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In den Ausschreibungen nennen die Häuser überwiegend die Hochschulreife, viele auch den mittleren Abschluss. Für das duale Studium ist das Abitur oder Fachabitur Pflicht.
- Die Bewerbung läuft über das Online-Portal der jeweiligen Sparkasse und beginnt bis zu anderthalb Jahre vor dem Ausbildungsstart am 1. August oder 1. September.
- Das Auswahlverfahren hat üblicherweise drei Stufen: Unterlagen, Einstellungstest mit Deutsch, Mathematik, Logik und Allgemeinwissen sowie ein Assessment-Center mit Gruppendiskussion, Rollenspiel und Interview.
- Nach der Ausbildung regelt der Tarifvertrag die Übernahme: Wer mit mindestens „Befriedigend“ abschließt, wird bei Bedarf unbefristet übernommen. 2025 holten die Sparkassen rund 3.500 Nachwuchskräfte aus der eigenen Ausbildung in ihre Belegschaft.
Was ist die Ausbildung bei der Sparkasse?
Die Ausbildung bei der Sparkasse ist eine duale Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz, in aller Regel zum Bankkaufmann. Dual heißt: Sie lernen an zwei Orten, in der Sparkasse und in der Berufsschule, und legen Ihre Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer ab, kurz IHK, die für alle kaufmännischen Ausbildungsberufe zuständig ist. Anders als bei einer Großbank findet die Ausbildung nicht an wenigen zentralen Standorten statt, sondern in einem der 337 Institute vor Ort, mit über 10.500 Geschäftsstellen bundesweit. Jede Sparkasse bildet für den eigenen Bedarf aus, entscheidet selbst über Plätze, Auswahlverfahren und Übernahme, und ist zugleich Teil eines Verbunds, der Berufsschulunterricht, Seminare der Sparkassenakademien und einheitliche Tarifregeln teilt.
Die Dimension ist beachtlich, und sie wächst: Ende 2023 beschäftigten die Sparkassen 12.342 Auszubildende, Ende 2024 waren es 13.545, zum Jahresende 2025 rund 15.030. Die Bewerbungen für Ausbildungsplätze stiegen 2025 um 33,9 %, auf jeden Platz kamen zwölf Bewerbungen. Der Trend deckt sich mit der Branche: Nach der Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung wurden bundesweit 8.700 neue Ausbildungsverträge zum Bankkaufmann im Jahr 2023 geschlossen, 9.519 im Jahr 2024 und 9.798 im Jahr 2025. Beide Reihen im Überblick:
Auszubildende bei den Sparkassen zum Jahresende
2023
2024
2025
Neue Ausbildungsverträge zum Bankkaufmann bundesweit
2023
2024
2025
Quellen: Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Zahlen & Fakten 2024 (Stand 31.12.2024, 2024 vorläufig) und Finanzbericht 2025; Bundesinstitut für Berufsbildung, Neuabschlüsse zum 30.09. Balkenlänge jeweils im Verhältnis zum höchsten Wert der Reihe.
Was den Beruf inhaltlich ausmacht, von der Ausbildungsordnung bis zur gestreckten Abschlussprüfung, erklärt unser Artikel zur Ausbildung zum Bankkaufmann. Dieser Beitrag konzentriert sich auf das, was bei Sparkassen anders ist.
Welche Ausbildungsberufe bieten Sparkassen an?
Der Bankkaufmann ist der Kern, aber nicht das einzige Angebot. Sparkassen beschäftigen Immobilienvermittler, Marketingabteilungen, Kundenservicecenter und eigene IT, und für diese Bereiche bilden sie ebenfalls aus. Unsere Auswertung der Stellenanzeigen zeigt das Spektrum: Zum Stichtag 9. September 2026 waren auf banken-jobs.com 623 Ausbildungs- und Studienplätze von 255 Sparkassen ausgeschrieben, davon 310 duale Studienplätze und 237 Plätze zum Bankkaufmann. Die übrigen verteilten sich auf folgende Berufe:
| Ausbildungsberuf | Einsatzfeld in der Sparkasse | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Bankkaufmann | Kundenberatung, Service, später alle Marktbereiche | mittlerer Abschluss bis Abitur |
| Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen | Vorsorge- und Versicherungsgeschäft im Verbund | mittlerer Abschluss bis Abitur |
| Immobilienkaufmann | Immobilienvermittlung und -verwaltung | mittlerer Abschluss bis Abitur |
| Kaufmann für Dialogmarketing | Kundenservicecenter, Telefon- und Videoberatung | mittlerer Abschluss bis Abitur |
| Kaufmann für Digitalisierungsmanagement | Digitale Prozesse, IT-Organisation | mittlerer Abschluss bis Abitur |
| Kaufmann für Büromanagement | Interne Verwaltung, Sekretariate | mittlerer Abschluss bis Abitur |
| Finanzassistent | Bankkaufmann mit Zusatzqualifikation als Abiturientenprogramm | Abitur |
Berufe nach den Ausbildungsangeboten der Sparkassen-Finanzgruppe (sparkasse.de) und den Sparkassen-Ausschreibungen auf banken-jobs.com zum Stichtag 09.09.2026; Zielgruppen laut Anforderungsprofilen der Anzeigen, nicht rechtlich vorgeschrieben.
In der Fläche dominiert also der Bankkaufmann, die übrigen Berufe bieten einzelne Sparkassen an. Eine Besonderheit ist der Finanzassistent: Diese doppelt qualifizierende Ausbildung verbindet den Bankkaufmann mit einer Zusatzqualifikation und richtet sich an Abiturienten. Für Schüler, die noch nicht sicher sind, bieten viele Sparkassen Schülerpraktika an, die sich als Einstieg in das spätere Auswahlverfahren bewähren.
Welche Voraussetzungen erwarten Sparkassen?
Rechtlich schreibt das Berufsbildungsgesetz keinen Schulabschluss vor. Faktisch formulieren die Sparkassen ihre Erwartungen in den Anzeigen recht einheitlich. In der Ausschreibungs-Auswertung zum Stichtag 9. September 2026 nannten 47 % der Anzeigen die Hochschulreife oder Fachhochschulreife, 21 % ausdrücklich auch den mittleren Abschluss. Der Realschulabschluss ist damit eine realistische Eintrittskarte, zumal das Auswahlverfahren neben den Noten auch Auftreten und Persönlichkeit prüft. Was die Sparkassen darüber hinaus erwarten:
- Ein verbindliches, sicheres Auftreten und Freude am Umgang mit Menschen, denn die Ausbildung beginnt in der Filiale im direkten Kundenkontakt.
- Eine solide Allgemeinbildung und Interesse an wirtschaftlichen und politischen Themen, beides wird im Einstellungstest abgefragt.
- Sicherheit im Umgang mit Zahlen. Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung gehören zum Test wie zum Berufsalltag.
- Teamfähigkeit und Diskretion, weil Bankgeschäfte Vertrauenssache sind und das Bankgeheimnis vom ersten Tag an gilt.
- Für das duale Studium zusätzlich die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, für einzelne Premiumprogramme ein überdurchschnittlicher Abiturschnitt.
Ein regionaler Bezug ist kein formales Kriterium, in der Praxis aber ein Vorteil: Sparkassen bilden für ihr Geschäftsgebiet aus, und wer dort verwurzelt ist, passt zum Regionalprinzip des Hauses. Einzelne Sparkassen sprechen in ihren Anzeigen zudem ausdrücklich Studienabbrecher an, teils mit dem Hinweis auf eine verkürzte Ausbildungszeit.
Wie läuft die Bewerbung ab?
Eine zentrale Bewerbung für alle Sparkassen gibt es nicht. Sie bewerben sich bei dem Institut, in dessen Geschäftsgebiet Sie arbeiten möchten, üblicherweise über dessen Online-Portal. Die Ausbildung beginnt in der Regel am 1. August oder 1. September, und die Stellenvergabe startet nach Angaben der Sparkassen-Finanzgruppe bereits anderthalb Jahre vor dem Ausbildungsbeginn. Wer im Sommer 2027 anfangen möchte, sollte sich also spätestens im Herbst 2026 bewerben. In die Bewerbung gehören:
- ein Anschreiben, das erklärt, warum Sie zur Sparkasse und in die Kundenberatung wollen,
- ein tabellarischer Lebenslauf,
- Kopien der Schulzeugnisse,
- gegebenenfalls Nachweise über Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtliches Engagement.
Danach folgt ein mehrstufiges Auswahlverfahren, das bei den meisten Sparkassen demselben Muster folgt: Zunächst prüft das Haus die Unterlagen, dann lädt es zum Einstellungstest ein, und wer diesen besteht, kommt ins Assessment-Center oder zum Auswahltag. Am Ende steht das Ausbildungsangebot mit dem Ausbildungsvertrag, der eine Probezeit von drei Monaten vorsieht.
Was kommt im Einstellungstest und im Assessment-Center dran?
Der Einstellungstest ist die zweite Stufe des Verfahrens und findet je nach Sparkasse online von zu Hause oder schriftlich im Haus statt. Die Inhalte ähneln sich über die Institute hinweg. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht der üblichen Testbereiche, die Zeitangaben stammen aus dem Übungsangebot einer westfälischen Sparkasse und dienen der Orientierung:
| Testbereich | typische Aufgaben | Beispiel-Dauer |
|---|---|---|
| Deutsch und Rechtschreibung | Fehler finden, Grammatik, Zeichensetzung | 15 Minuten |
| Sprachgefühl | Wortbedeutungen, Analogien | 4 Minuten |
| Mathematik | Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung, Kopfrechnen | 15 Minuten |
| Logik und Konzentration | Zahlenreihen, Figuren, abstraktes Denken | 15 Minuten |
| Allgemeinwissen | Wirtschaft, Politik, Region | 5 Minuten |
| Berufsspezifischer Teil | Bankbegriffe, Kundensituationen | variabel |
Testbereiche nach den Angaben der Sparkassen-Finanzgruppe (sparkasse.de) zum Einstellungstest; Beispiel-Dauern aus dem Online-Übungstest der Sparkasse Herford, Stand September 2026. Inhalte und Zeiten unterscheiden sich je nach Institut.
Das Assessment-Center dauert nach Angaben der Sparkassen-Finanzgruppe ein bis zwei Tage, mit höchstens zehn Teilnehmern je Termin. Auf dem Programm stehen Gruppendiskussionen zu vorgegebenen Themen, Rollenspiele, in denen Sie ein Kundengespräch führen, kurze Präsentationen und ein Einzelinterview mit Ausbildern und Personalverantwortlichen. Manche Häuser nennen den Termin Auswahltag und beschreiben ihn als Einblick in die Arbeitswelt. Geprüft wird, ob Sie fachlich und persönlich zum Haus passen: Kommunikation, Teamverhalten und Kundenorientierung stehen dabei im Vordergrund. Häufig schließt der Tag mit einem Feedbackgespräch, in dem Sie Ihre Stärken und Entwicklungsfelder erfahren, auch wenn es nicht zum Angebot reicht. Interessanterweise nannten zum Stichtag 9. September 2026 nur wenige Anzeigen den Test überhaupt, die Sparkassen informieren darüber lieber auf ihren Karriereseiten und in der Einladung.
Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Die Ausbildung zum Bankkaufmann dauert drei Jahre und folgt der bundesweit einheitlichen Ausbildungsordnung. Was die Sparkasse als Lernort besonders macht, ist der frühe Kundenkontakt: Ausgebildet wird hauptsächlich in der Filiale, wo Sie vom ersten Ausbildungsjahr an im Service und in der Beratung mitarbeiten. Dazu kommt die Rotation durch die Fachabteilungen, etwa Kredit, Wertpapiere, Immobilien, Marketing oder Rechnungswesen, sodass Sie das ganze Haus kennenlernen. Die Berufsschule besuchen Sie je nach Bundesland und Schule in Blockmodulen von mehreren Wochen oder an ein bis zwei Wochentagen.
Hinzu kommt ein dritter Lernort, den nur der Verbund bietet: die regionalen Sparkassenakademien. Sie ergänzen Betrieb und Berufsschule um eigene Seminare und bleiben nach der Ausbildung die Weiterbildungsstätte des Verbunds, in der später auch der Sparkassenfachlehrgang stattfindet. Zur Ausstattung gehört häufig ein eigenes Tablet oder Notebook, zum Stichtag 9. September 2026 warb ein Drittel der Sparkassen-Ausschreibungen ausdrücklich damit. Die Abschlussprüfung legen Sie wie alle Bankkaufleute gestreckt in zwei Teilen vor der IHK ab, Teil 1 bereits im vierten Ausbildungshalbjahr.
Was verdienen Auszubildende bei der Sparkasse?
Die Vergütung ist Tarifsache und für alle kommunalen Sparkassen einheitlich geregelt. Grundlage ist der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, kurz TVAöD, den der Sparkassen-Teil des TVöD in einem entscheidenden Punkt verbessert: Nach § 48 BT-S (PDF-Seite 8) erhalten Auszubildende der Sparkassen in jedem Ausbildungsjahr das Entgelt, das der TVAöD erst für das jeweils folgende Jahr vorsieht. Die Sätze seit dem 1. Mai 2026 im Vergleich zu den anderen Tarifbereichen der Kreditwirtschaft:
| Tarifbereich | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Sparkassen (TVAöD mit § 48 BT-S) | 1.418,20 € | 1.464,02 € | 1.527,59 € | seit 01.05.2026 |
| Öffentliche Banken | 1.496 € | 1.558 € | 1.620 € | seit 01.11.2025 |
| Genossenschaftsbanken (AVR) | 1.443 € | 1.504 € | 1.576 € | seit 01.08.2026 |
| Privates Bankgewerbe | 1.400 € | 1.470 € | 1.550 € | seit 01.07.2026 |
| Öffentlicher Dienst allgemein (TVAöD) | 1.368,26 € | 1.418,20 € | 1.464,02 € | seit 01.05.2026 |
Monatliche Ausbildungsentgelte brutto. Quellen: § 8 TVAöD-BBiG (PDF-Seite 18) in Verbindung mit § 48 BT-S; ver.di-Tabellen für öffentliche Banken und privates Bankgewerbe; Vergütungstarifvertrag des AVR. Stand September 2026.
Ausbildungsvergütung vom 1. bis zum 3. Jahr: Sparkassen im Branchenvergleich
Öffentliche Banken 1.496–1.620 €
Genossenschaftsbanken (AVR) 1.443–1.576 €
Sparkassen (§ 48 BT-S) 1.418–1.528 €
Privates Bankgewerbe 1.400–1.550 €
Öffentlicher Dienst allgemein 1.368–1.464 €
Angaben in € brutto im Monat (gerundet)
Sparkassen-Azubis liegen damit im Mittelfeld der Branche und deutlich über dem allgemeinen öffentlichen Dienst. Zum Grundentgelt kommen tarifliche Extras, die die Sparkassen in ihren Anzeigen auch nennen: 40 € vermögenswirksame Leistungen im Monat, also ein Sparzuschuss des Arbeitgebers, der zum Beispiel in einen Bausparvertrag oder Fondssparplan fließt, nach § 49 BT-S (PDF-Seite 8) statt der 13,29 € des allgemeinen TVAöD, eine Jahressonderzahlung von 90 % des November-Entgelts, das ist das Weihnachtsgeld des öffentlichen Dienstes, nach § 14 TVAöD (PDF-Seite 24), 30 Urlaubstage nach § 9 TVAöD (PDF-Seite 20) und ab 2027 ein Tag mehr sowie eine Abschlussprämie von 400 € nach bestandener Prüfung gemäß § 17 TVAöD (PDF-Seite 26). Die wöchentliche Ausbildungszeit folgt der Arbeitszeit der Beschäftigten, also 39 Stunden. Was nach der Übernahme auf der Gehaltsabrechnung steht, zeigt unser Artikel zum TVöD bei Sparkassen mit der kompletten Entgelttabelle.
Welche dualen Studiengänge gibt es bei der Sparkasse?
Für Abiturienten ist das duale Studium inzwischen der zweite große Einstiegsweg, in den Ausschreibungen der Sparkassen war es zum Stichtag sogar häufiger vertreten als die klassische Ausbildung. Die Modelle unterscheiden sich je nach Haus und Region, drei Varianten kommen besonders häufig vor:
| Modell | Abschluss | Dauer und Aufbau |
|---|---|---|
| Ausbildungsintegriert: Bankkaufmann plus Bachelor | IHK-Abschluss und Bachelor of Arts oder Science | 7 bis 8 Semester, davon bis zu 4 während der Ausbildung, der Rest berufsbegleitend |
| Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe: Banking & Sales (B.A.) oder Finance (B.Sc.) | Bachelor | 7 Semester, Präsenz in Bonn und regionalen Studienzentren |
| Duale Hochschule: BWL-Bank | Bachelor of Arts | Wechsel von Theorie- und Praxisphasen, Studienvertrag mit einer Partnersparkasse |
| Bachelor Select (Baden-Württemberg) | Bachelor of Science und Bankbetriebswirt (SBW) | 3 Jahre, Studien- und Praxisphasen im Drei-Monats-Turnus, integriertes Auslandssemester |
Modelle nach den Angaben der Sparkassen-Finanzgruppe (sparkasse.de), der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe, der DHBW Stuttgart und der Broschüre „Finanzgruppe Bachelor Select“ der Sparkassenakademie Baden-Württemberg. Stand September 2026; das Angebot legt jede Sparkasse selbst fest.
Ob das Studium im Blockmodell mit mehrmonatigen Hochschulphasen oder im Wochenmodell mit festen Theorietagen läuft, hängt von der Hochschule ab. Vergütet wird das ausbildungsintegrierte Studium nach dem Tarifvertrag für Studierende in dualen Studiengängen des öffentlichen Dienstes: Zum Ausbildungsentgelt kommt eine Zulage von 150 € im Monat, nach dem Ausbildungsteil erhalten Studierende bis zum Studienende 1.625 € (§ 8 TVSöD, PDF-Seite 70). Studiengebühren übernimmt in aller Regel die Sparkasse. Voraussetzung ist die Hochschulreife, für Premiumprogramme wie den Bachelor Select ein überdurchschnittlicher Abiturschnitt. Alle offenen Studienplätze der Branche sammelt unser Bereich Duales Studium Bank.
Aktuelle Ausbildungsplätze bei Sparkassen
Weil jede Sparkasse eigenständig ausbildet, lohnt der Blick über das eigene Geschäftsgebiet hinaus. Zum Stichtag 9. September 2026 kamen die meisten Sparkassen-Ausbildungsanzeigen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, gefolgt von Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Alle Ausbildungsplätze der Branche bündelt unser Bereich Bank-Ausbildung, die Stellen der Sparkassen finden Sie gesammelt im Bereich Sparkasse Jobs. Wer zunächst hineinschnuppern möchte, wird im Bereich Praktikum Bank fündig, das Abiturientenprogramm sammelt der Bereich Finanzassistent. Eine Auswahl der offenen Plätze, täglich aktualisiert:
Offene Ausbildungs- und Studienplätze bei Sparkassen
Aktuell 590 offene Ausbildungs- und duale Studienplätze bei Sparkassen in ganz Deutschland.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Die Übernahme ist bei Sparkassen keine Frage des Wohlwollens, sondern tariflich geregelt. Nach § 16a TVAöD (PDF-Seite 25) werden Auszubildende, die mit der Gesamtnote „Befriedigend“ oder besser abschließen, bei betrieblichem Bedarf im unmittelbaren Anschluss unbefristet übernommen. Wer schlechter abschneidet, aber besteht, erhält bei Bedarf zunächst einen auf zwölf Monate befristeten Vertrag und danach bei Bewährung die unbefristete Stelle. Der Bedarf muss zum Ausbildungsende vorliegen, was bei Sparkassen, die für den eigenen Nachwuchs ausbilden, der Regelfall ist: 2025 übernahmen sie rund 3.500 Nachwuchskräfte aus der eigenen Ausbildung, zusätzlich zu 10.800 externen Neueinstellungen.
Nach der Übernahme beginnt die Arbeit üblicherweise als Servicekundenberater oder Privatkundenberater in der Filiale, tariflich in den Entgeltgruppen 5 bis 9a des TVöD. Von dort führt die verbundeigene Fortbildungsleiter weiter: Der Sparkassenfachlehrgang, der in der Entgeltordnung ausdrücklich verankert ist, ist das verbundeigene Gegenstück zum Bankfachwirt, darauf baut der Sparkassenbetriebswirt als Gegenstück zum Bankbetriebswirt auf, und die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe bietet berufsbegleitende Bachelor- und Masterprogramme an. Wie sich das Gehalt über diese Stufen entwickelt, zeigt unser Artikel zum Bankkaufmann-Gehalt.
Fazit
Die Ausbildung bei der Sparkasse verbindet einen bundesweit einheitlichen Beruf mit einem Arbeitgeber vor Ort: früher Kundenkontakt in der Filiale, ein dritter Lernort in den Sparkassenakademien, eine Vergütung eine Stufe über dem allgemeinen öffentlichen Dienst und eine tariflich geregelte Übernahme. Wer das mehrstufige Auswahlverfahren mit Einstellungstest und Assessment-Center kennt, kann sich gezielt vorbereiten, und wer die Hochschulreife mitbringt, hat mit dem dualen Studium einen zweiten Weg in dasselbe Haus. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
Häufige Fragen zur Ausbildung bei der Sparkasse
Ergänzend beantworten wir vier Fragen, die Bewerber vor der Sparkassen-Ausbildung besonders beschäftigen.
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung bei der Sparkasse?
Vorgeschrieben ist keiner. In ihren Ausschreibungen nennen die Sparkassen überwiegend die Hochschulreife, gut jede fünfte Anzeige ausdrücklich auch einen guten mittleren Abschluss. Für den Bankkaufmann sind Realschüler mit guten Noten in Deutsch und Mathematik also chancenreich, für das duale Studium und den Finanzassistenten ist das Abitur oder Fachabitur Voraussetzung.
Wann muss ich mich bewerben?
Früh. Die Ausbildung beginnt am 1. August oder 1. September, und die Sparkassen vergeben ihre Plätze nach eigenen Angaben ab anderthalb Jahren vor dem Start. Für einen Beginn im Sommer 2027 ist der Herbst 2026 der richtige Zeitpunkt. Auch danach werden noch Plätze ausgeschrieben, die Auswahl ist dann aber kleiner.
Wie schwer ist der Einstellungstest der Sparkasse?
Der Test prüft Schulwissen: Rechtschreibung, Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung, logische Reihen und Allgemeinwissen zu Wirtschaft und Politik. Anspruchsvoll sind vor allem die knappen Zeitvorgaben je Aufgabenblock. Viele Sparkassen stellen kostenlose Übungstests auf ihren Karriereseiten bereit, mit denen Sie Format und Tempo vorab kennenlernen.
Ausbildung oder duales Studium bei der Sparkasse?
Die Ausbildung führt in drei Jahren in die Kundenberatung und lässt die Weiterbildung über Sparkassenfachlehrgang und Betriebswirt offen. Das duale Studium verlangt die Hochschulreife, dauert je nach Modell drei Jahre bis acht Semester, bringt einen Bachelor und zielt eher auf Fach- und Führungslaufbahnen. Beide Wege werden tariflich vergütet, Studierende erhalten eine Zulage von 150 € auf das Ausbildungsentgelt.






