Duales Studium Bank: Studiengänge, Hochschulen, Vergütung und Bewerbung

Ein duales Studium bei einer Bank verbindet den Bachelor mit bezahlter Praxis in Filiale, Kreditabteilung oder Konzernzentrale, häufig sogar mit dem IHK-Abschluss als Bankkaufmann. Dual Studierende erhalten je nach Tarifbereich zwischen rund 1.400 € und 1.734 € im Monat, und die Studiengebühren übernimmt in aller Regel die Bank. Dieser Artikel erklärt die Modelle, die wichtigsten Hochschulen und Studiengänge, die Vergütung nach Tarif, den Bewerbungsweg und die Perspektiven nach dem Abschluss.

Veröffentlicht: 14.10.202615 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein duales Studium bei einer Bank verzahnt ein Bachelorstudium mit vergüteter Praxis in einem Kreditinstitut. Grundlage ist ein Studienvertrag mit der Bank, die Hochschule kommt erst danach. Neben Bankbetriebswirtschaft bieten viele Häuser auch Wirtschaftsinformatik, Informatik und Digital Business an.
  • Zwei Modelle: Das ausbildungsintegrierte Studium bringt zusätzlich den IHK-Abschluss als Bankkaufmann und dauert dreieinhalb bis vier Jahre. Das praxisintegrierte Studium, etwa an der Dualen Hochschule, führt in drei Jahren zum Bachelor.
  • Voraussetzungen: Abitur oder Fachhochschulreife und ein mehrstufiges Auswahlverfahren der Bank. Die Bewerbung läuft ein bis anderthalb Jahre vor dem Start.
  • Vergütung: Im privaten Bankgewerbe gelten seit Juli 2026 tariflich 1.400 € bis 1.550 € im Monat, im letzten Studienjahr 1.640 €. Sparkassen zahlen die Ausbildungsvergütung plus 150 € Studienzulage, die DZ BANK bis zu 1.734 €.
  • Die Studiengebühren trägt in aller Regel die Bank. Bei Sparkassen ist das tariflich festgeschrieben, Großbanken und Förderbanken sagen es auf ihren Karriereseiten zu.
  • Bundesweit zählte das Bundesinstitut für Berufsbildung 2024 rund 1.824 duale Studiengänge mit 113.526 Studierenden. Der Bankkaufmann gehört zu den zehn am häufigsten integrierten Ausbildungsberufen.

Was ist ein duales Studium bei einer Bank?

Ein duales Studium verbindet zwei Lernorte, die inhaltlich, organisatorisch und vertraglich miteinander verzahnt sind: eine Hochschule oder Berufsakademie und einen Betrieb. Bei Banken heißt das: Sie studieren Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Bank, Finance oder Wirtschaftsinformatik und arbeiten in den Praxisphasen in Filiale, Kreditabteilung, Marktfolge oder Konzernzentrale, und zwar als bezahlte Nachwuchskraft mit Vertrag. Der Wissenschaftsrat zieht die Grenze deutlich: Ein Studium, das Berufstätigen nur zeitlich ermöglicht wird, oder ein studienbegleitendes Praktikum ist nicht dual. Die Praxis muss einen angemessenen Umfang haben und mit dem Studium abgestimmt sein.

Das Format ist in der Breite angekommen. Zum Stichtag 28. Februar 2024 erfasste das Bundesinstitut für Berufsbildung 1.824 duale Studiengänge mit 113.526 Studierenden und 52.702 Praxispartnern. Die Betriebswirtschaftslehre stellt mit 501 Studiengängen und 36.085 Studierenden den größten Studienbereich, fast ein Drittel aller dual Studierenden lernt dort. Und unter den Ausbildungsberufen, die mit einem Studium kombiniert werden, steht der Bankkaufmann mit 47 Kombinationsangeboten auf Rang 8. In der Kreditwirtschaft hat das Modell Tradition: Das Studium BWL-Bank an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg startete bereits 1990 in Ravensburg. Zum Stichtag 12. Oktober 2026 waren auf banken-jobs.com 586 duale Studienplätze von 377 Banken ausgeschrieben, davon 254 von Genossenschaftsbanken, 251 von Sparkassen und 59 von Privatbanken. Für Abiturienten ist das Studium damit neben der Ausbildung zum Bankkaufmann der zweite große Einstiegsweg in die Branche.

Welche Modelle gibt es?

Die entscheidende Weiche ist nicht die Hochschule, sondern das Modell. Das Bundesinstitut für Berufsbildung unterscheidet zwei Grundformen, dazu kommen Mischformen. Welche Variante eine Bank anbietet, legt sie selbst fest, und oft bieten große Häuser beide an:

ModellAbschlüsseDauerVertrag und Besonderheit
AusbildungsintegriertBachelor und IHK-Abschluss Bankkaufmannmeist 7 bis 9 Semester, bei Banken dreieinhalb bis vier Jahreeingetragener Ausbildungsvertrag nach Berufsbildungsgesetz plus Studienvertrag, Berufsschule und Hochschule parallel
PraxisintegriertBachelor6 bis 7 Semester, bei Banken drei JahreStudienvertrag mit der Bank, längere Praxisphasen statt Ausbildung, Standard an Dualer Hochschule und Berufsakademien
MischformBachelor, teils mit Zusatzqualifikation6 bis 8 Semesterverkürzte Ausbildung mit anschließend berufsbegleitendem Studium oder Wochenmodell mit festen Hochschultagen

Formate nach der Systematik des Bundesinstituts für Berufsbildung („Duales Studium in Zahlen 2024″, Stichtag 28.02.2024) und des Wissenschaftsrats; Dauern nach den Studiengangsangaben der genannten Hochschulen und Banken, Stand Oktober 2026.

Bundesweit sind 54 % aller dualen Studiengänge praxisintegriert, 31 % ausbildungsintegriert und 15 % Mischformen. Drei Viertel der ausbildungsintegrierenden Angebote erstrecken sich über sieben bis neun Semester, mehr als 90 % der praxisintegrierenden über sechs oder sieben. In der Kreditwirtschaft ist das Verhältnis ähnlich: In den Studienanzeigen der Banken auf banken-jobs.com nannte zum Stichtag 12. Oktober 2026 knapp ein Drittel ausdrücklich die integrierte Ausbildung zum Bankkaufmann, bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken gleichermaßen. Der Rest setzt auf das praxisintegrierte Modell, bei dem die Ausbildungsordnung des Bankkaufmanns zwar den Praxisrahmen prägt, die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer aber entfällt.

Innerhalb der Modelle unterscheiden sich die Zeitpläne. Im Blockmodell wechseln sich Hochschule und Bank in Blöcken von zwei bis drei Monaten ab, so an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, bei der DZ BANK in Frankfurt oder bei der Commerzbank mit einem Turnus von acht bis zwölf Wochen. Im Wochenmodell teilen sich die Tage: Die Hamburg School of Business Administration rechnet mit zweieinhalb Tagen Hochschule und zweieinhalb Tagen Betrieb, die Deutsche Bank kombiniert bei ihren ausbildungsintegrierten Programmen drei Praxistage, einen Berufsschultag und Vorlesungen, und die Stadtsparkasse Mönchengladbach setzt auf zwei Tage Hochschule und drei Tage Praxis. Welches Modell zu Ihnen passt, hängt davon ab, ob Sie lieber in längeren Phasen eintauchen oder jede Woche beides erleben möchten.

Welche Studiengänge und Hochschulen gibt es?

Die Hochschule sucht nicht der Bewerber aus, sondern die Bank. Jede Bank kooperiert mit einer oder wenigen Hochschulen, und mit dem Studienvertrag steht auch der Studienort fest. Dabei begegnen Ihnen drei Typen: staatliche Duale Hochschulen, Berufsakademien der Verbünde, die ebenfalls staatlich anerkannte Bachelorabschlüsse vergeben, und private Hochschulen mit Partnerprogrammen. Die Leistungspunkte in der Tabelle (ECTS) messen den Studienumfang, 180 Punkte entsprechen sechs Semestern, 210 Punkte einem Intensivstudium mit zusätzlichen Praxismodulen. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht der Hochschulen, die in den Studienanzeigen der Banken am häufigsten genannt werden, mit ihrem bankbezogenen Angebot:

HochschuleStudiengang und AbschlussDauerTypische Praxispartner
Duale Hochschule Baden-Württemberg (Mannheim, Stuttgart, Ravensburg, Heidenheim, Mosbach, Villingen-Schwenningen)BWL-Bank, Bachelor of Arts, 210 ECTS6 Semester, Start 1. OktoberSparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Deutsche Bank, DZ BANK, BayernLB, KfW
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe (Bonn, Studienzentren an den Sparkassenakademien)Finance (B.Sc.) und Banking & Sales (B.A.)7 Semester, Teilzeit 8Sparkassen, parallel zur Bankausbildung
ADG Business School (Montabaur, Hannover, Berlin, Stuttgart, München)Business Administration, Bachelor of Arts, 180 ECTS6 Semester, Start Mai oder NovemberVolks- und Raiffeisenbanken
Berufsakademie für Bankwirtschaft (Hannover, Rastede)Banking and Finance, Bachelor of Arts, 180 ECTS6 Semester, je 8 bis 12 Wochen StudienphaseVolks- und Raiffeisenbanken im Norden
Hochschule für Wirtschaft und Recht BerlinBWL/Bank, Bachelor of Arts, 210 ECTS6 Semester, Start 1. OktoberDeutsche Bank, Commerzbank, KfW, Berliner Volksbank, Sparda-Bank Berlin, UniCredit, Weberbank
Duale Hochschule Sachsen (Glauchau, Dresden)Bank bzw. Finanzwirtschaft – Bank, Bachelor of Arts, 180 ECTS6 SemesterSparkassen, Genossenschaftsbanken, Förderbanken in Ostdeutschland
Frankfurt School of Finance & ManagementBusiness Administration, Bachelor of Science, 210 ECTS, CompactTrack mit drei Hochschultagen je Woche7 Semester, Start 1. SeptemberKfW, DekaBank, IKB, Bankhaus Metzler, Deutsche Bank
HSBA Hamburg School of Business AdministrationBusiness Administration, Bachelor of Science, 180 ECTS, Schwerpunkt Finance6 Semester, Start 1. OktoberHamburger Banken, unter anderem Haspa, Berenberg, Hamburg Commercial Bank
FOM Hochschule (bundesweit, auch Abend- und Livestudium)Business Administration bzw. Finance & Banking, Bachelor of Arts7 SemesterapoBank, Commerzbank, KfW, TARGOBANK

Angaben der Hochschulen (Studiengangsseiten, abgerufen im Oktober 2026) und der Karriereseiten der genannten Banken; Praxispartner-Spalte nach den Partnerlisten der Hochschulen und den Studienanzeigen auf banken-jobs.com zum Stichtag 12.10.2026.

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg ist mit Abstand der meistgenannte Studienort, in unserer Auswertung zum Stichtag 12. Oktober 2026 verwiesen 90 Banken auf sie, darunter Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu etwa gleichen Teilen. Es folgen die Berufsakademien der Genossenschaftsorganisation und die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe. Bei den Studiengängen dominiert die Betriebswirtschaft mit Bankschwerpunkt, die je nach Hochschule BWL-Bank, Banking and Finance, Finance oder Banking & Sales heißt. Wer den Bankkaufmann als zweiten Abschluss mitnehmen möchte, findet das ausbildungsintegrierte Modell vor allem bei der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe, der ADG Business School und bei einzelnen Fachhochschulen wie der Hochschule Niederrhein, die mit regionalen Sparkassen und Volksbanken kooperieren.

Welche Studiengänge gibt es jenseits der Bankbetriebswirtschaft?

Eine Bank besteht nicht nur aus Beratern. Hinter jeder Überweisung, jeder Kreditentscheidung und jeder App stehen IT-Systeme, Datenanalysen, Controlling und Marketing, und für diese Bereiche bilden vor allem Großbanken, Zentralinstitute und Förderbanken dual aus. Diese Studiengänge haben inhaltlich wenig mit dem Bankkaufmann zu tun, die Praxisphasen finden in Fachabteilungen statt, und der Abschluss ist derselbe wie an jeder anderen Hochschule. Für Abiturienten, die sich für Technik oder Daten interessieren, aber die Sicherheit und Vergütung einer Bank schätzen, ist das ein eigener Einstiegsweg:

StudienrichtungBeispiele und HochschulenAbschluss und DauerTypischer Einsatz in der Bank
WirtschaftsinformatikDeutsche Bank ausbildungsintegriert mit der Hochschule Mainz, KfW mit der Frankfurt School, apoBank mit der FOM, DZ BANK Gruppe, NRW.BANKBachelor of Science, 6 bis 7 Semester, bei der Deutschen Bank zusätzlich der IHK-AbschlussAnwendungsentwicklung, Prozess- und Projektmanagement zwischen Fachbereich und IT
Informatik und SoftwaretechnologieDeutsche Bank, apoBank, DZ BANK Gruppe (Angewandte Informatik)Bachelor of Science, 6 bis 7 SemesterSoftwareentwicklung, IT-Betrieb, Online- und Mobile-Banking
Digital Business und Data ScienceKfW mit der Frankfurt School, Sparkassen und Volksbanken über die Duale Hochschule, DZ BANK Gruppe (E-Commerce)Bachelor of Science oder Arts, 6 bis 7 Semester, bei der KfW mit anschließendem MasterDatenanalyse, digitale Vertriebskanäle, Produktmanagement
Betriebswirtschaft ohne BankschwerpunktDeutsche Bank (Business Administration, BWL-Dienstleistungsmanagement), BayernLB mit der Hochschule München, KfW mit der FOM, NRW.BANKBachelor of Arts oder Science, 6 bis 7 SemesterKonzernstab, Personal, Marketing, Controlling, Einkauf
Accounting, Controlling und Marketing-ManagementDZ BANK Gruppe, Commerzbank-ZentraleBachelor of Arts oder Science, 6 SemesterRechnungswesen, Konzerncontrolling, Markenführung

Programme nach den Karriereseiten von Deutscher Bank, KfW, DZ BANK Gruppe, apoBank, BayernLB, NRW.BANK und Commerzbank, abgerufen im Oktober 2026; die Angebote wechseln jährlich, verbindlich ist die jeweilige Ausschreibung.

Mengenmäßig bleibt das ein Nebenzweig: In den Studienanzeigen der Banken auf banken-jobs.com nannte zum Stichtag 12. Oktober 2026 rund jede zwölfte Anzeige Wirtschaftsinformatik, Informatik, Digital Business oder Data Science, verteilt auf knapp 40 Arbeitgeber quer durch alle Gruppen, von großen Sparkassen und Volksbanken über Förder- und Landesbanken bis zu den Großbanken. Die Bedingungen sind dieselben wie im Bankstudium: Hochschulreife, Studienvertrag mit der Bank, tarifliche oder haustarifliche Vergütung, Gebührenübernahme. Nur der Praxisalltag unterscheidet sich, statt Filiale und Kundengespräch stehen Entwicklungsteams, Rechenzentrum oder Konzernzentrale auf dem Plan.

Welche Voraussetzungen gelten und wie läuft die Bewerbung?

Formal brauchen Sie die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, viele Banken akzeptieren auch die Fachhochschulreife, die Duale Hochschule Baden-Württemberg verlangt dafür eine Eignungsprüfung. In den Studienanzeigen der Banken nannten zum Stichtag 12. Oktober 2026 84 % ausdrücklich das Abitur oder die Hochschulreife, einzelne Häuser wie die LBBW oder die Premiumprogramme der Sparkassen zusätzlich einen überdurchschnittlichen Schnitt. Die zweite, oft unterschätzte Voraussetzung ist der Studienvertrag: Sie bewerben sich nicht an der Hochschule, sondern bei der Bank, und erst mit deren Zusage ist der Studienplatz gesichert. Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin formuliert das ausdrücklich, und die Duale Hochschule lässt ohne Vertrag mit einem zugelassenen Praxispartner niemanden zu.

Entsprechend früh beginnt das Verfahren. Die meisten Banken starten ihr Auswahlverfahren etwa zwölf Monate vor Studienbeginn, Sparkassen und die apoBank bis zu anderthalb Jahre vorher, und bei der KfW soll die Bewerbung rund ein Jahr vor dem Start vorliegen. Üblich sind drei bis vier Stufen:

  • Online-Bewerbung über das Karriereportal der Bank mit Anschreiben, Lebenslauf und den letzten Zeugnissen, bei Großbanken teils bereits mit Angabe der Wunschhochschule.
  • Ein Online-Test zu Mathematik, Sprache, Logik und Allgemeinwissen, den etwa die NRW.BANK als Hürde vor dem Bewerbertag schaltet.
  • Ein Auswahltag oder Assessment-Center mit Gruppendiskussion, Präsentation und Interview, bei Sparkassen und Volksbanken in aller Regel vor Ort, bei Großbanken auch per Video.
  • Der Studienvertrag, bei ausbildungsintegrierten Programmen zusätzlich der Ausbildungsvertrag nach § 10 BBiG, den die Bank bei der Industrie- und Handelskammer einträgt.

Beim Starttermin unterscheiden sich Bank und Hochschule: Die Praxis beginnt bei den meisten Banken am 1. August oder 1. September, das Studium an der Dualen Hochschule am 1. Oktober, an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe zum Sommer- oder Wintersemester. Die BayernLB nennt den 15. September, die Deutsche Bank den August. Wer im Herbst 2027 starten möchte, sollte sich also spätestens im Herbst 2026 bewerben, bei den gefragten Großbank-Programmen noch früher.

Was verdienen dual Studierende bei Banken?

Anders als an einer Universität verdienen Sie vom ersten Tag an Geld, auch während der Theoriephasen. Die Höhe richtet sich nach dem Tarifbereich der Bank, und einige Häuser legen eigene Beträge obendrauf. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht der tariflichen und der auf den Karriereseiten genannten Vergütungen, jeweils brutto im Monat:

Tarifbereich oder Arbeitgeber1. Jahr2. Jahr3. JahrStand
Privates Bankgewerbe (Tarif, letztes Studienjahr 1.640 €)1.400 €1.470 €1.550 €seit 01.07.2026
Deutsche Bank1.470 €1.550 €1.640 €ab 08/2026
Commerzbank1.400 €1.470 €1.640 €Oktober 2026
DZ BANK1.504 €1.576 €1.734 €Oktober 2026
Sparkassen (TVSöD: Ausbildungsentgelt plus 150 € Zulage)1.568,20 €1.614,02 €1.677,59 €seit 01.05.2026
Öffentliche Banken (Tarif)1.496 €1.558 €1.620 €seit 01.11.2025
Genossenschaftsbanken (AVR, Ausbildungsvergütung)1.443 €1.504 €1.576 €seit 01.08.2026
NRW.BANK (plus übertariflicher Zuschuss ab dem 3. Jahr)1.346 €1.408 €1.470 €Oktober 2026

Quellen: Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (Tarifabschluss 2024, dritte Stufe ab 01.07.2026; Gehaltstarifvertrag am 30.09.2026 ausgelaufen, Tarifrunde läuft); § 8 TVSöD (PDF-Seite 70) in Verbindung mit § 48 BT-S; ver.di-Entgelttabellen öffentliche Banken; Vergütungstarifvertrag des AVR; Karriereseiten von Deutscher Bank, Commerzbank, DZ BANK und NRW.BANK, abgerufen im Oktober 2026. Sparkassen- und Genossenschaftswerte folgen der Ausbildungsvergütung des jeweiligen Tarifs.

Vergütung dual Studierender vom 1. bis zum 3. Jahr nach Tarifbereich und Arbeitgeber

DZ BANK 1.504–1.734 €

Sparkassen (TVSöD) 1.568–1.678 €

Deutsche Bank 1.470–1.640 €

Öffentliche Banken 1.496–1.620 €

Commerzbank 1.400–1.640 €

Genossenschaftsbanken (AVR) 1.443–1.576 €

Privates Bankgewerbe (Tarif) 1.400–1.550 €

NRW.BANK 1.346–1.470 €

1.3001.4001.5001.6001.7001.800

Angaben in € brutto im Monat (gerundet)

Die Systematik dahinter: Im privaten Bankgewerbe gilt der Nachwuchskräfte-Tarifvertrag seit Dezember 2023 ausdrücklich auch für dual Studierende, mit einer vierten Stufe für das letzte Studienjahr, drei Tagen bezahlter Freistellung für die Bachelorarbeit und einem Lernmittelzuschuss. Die Großbanken bauen darauf auf, die Deutsche Bank zahlt zusätzlich 13,5 Monatsgehälter, die Commerzbank ein doppeltes Dezembergehalt, die DZ BANK ein 13. und 14. Gehalt. Bei den Sparkassen regelt der Tarifvertrag für Studierende im öffentlichen Dienst das Entgelt: Bis zur IHK-Prüfung erhalten Sie das Ausbildungsentgelt plus 150 € Zulage, danach bis zum Studienende 1.625 € im Monat (§ 8 Abs. 2 TVSöD, PDF-Seite 71). Die Genossenschaftsbanken kennen keine eigene Tarifregel für dual Studierende, in der Praxis orientieren sie sich an der Ausbildungsvergütung des AVR, wie es die Volksbank Eutin in ihrer Anzeige ausdrücklich beschreibt. Was nach dem Studium auf der Gehaltsabrechnung steht, zeigt unser Artikel zum Bankkaufmann-Gehalt.

Hinzu kommt der größte Posten, der auf keiner Gehaltsabrechnung steht: die Studiengebühren. Bei Sparkassen übernimmt der Ausbildende nach § 8 Abs. 4 TVSöD (PDF-Seite 71) die notwendigen Studiengebühren tariflich, die Commerzbank und die NRW.BANK sagen die komplette Übernahme zu, die apoBank bis zu 15.000 € einschließlich Prüfungsgebühr, die KfW an der Frankfurt School die Hälfte, und die Dortmunder Volksbank zahlt einen monatlichen Zuschuss von 400 €. Zur Einordnung: Die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe verlangt 424 € im Monat, die Frankfurt School im Vollzeitstudium 8.600 € je Semester. Dazu kommen bei vielen Häusern 30 Urlaubstage, ein Tablet oder Notebook, das gut ein Drittel der Anzeigen ausdrücklich nennt, Zuschüsse zum Deutschlandticket und bei Sparkassen 400 € Abschlussprämie nach § 17 TVSöD (PDF-Seite 80).

Bei welchen Banken können Sie dual studieren?

Praktisch jede Bankengruppe bildet dual aus, aber mit unterschiedlichem Zuschnitt. Die Unterschiede liegen im Modell, in der Hochschule und in der Frage, wie viel Haus Sie in den Praxisphasen kennenlernen:

  • Sparkassen: Die größte Gruppe stellt rund 250 Studienplätze auf banken-jobs.com, meist ausbildungsintegriert mit Bankkaufmann plus Bachelor an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe, an der Dualen Hochschule oder an regionalen Fachhochschulen. Die Sparkasse Emsland etwa führt in vier Jahren zu beiden Abschlüssen, mit sieben Theorieblöcken von je sechs bis acht Wochen an der Sparkassenakademie in Hannover, Unterkunft und Anfahrt inklusive. Wie Bewerbung und Einstellungstest bei Sparkassen ablaufen, erklärt unser Artikel zur Ausbildung bei der Sparkasse.
  • Volks- und Raiffeisenbanken: Rund 650 Genossenschaftsbanken rekrutieren jeweils für das eigene Haus und studieren lassen sie an der ADG Business School, der Berufsakademie für Bankwirtschaft, der Dualen Hochschule oder den Dualen Hochschulen in Sachsen und Schleswig-Holstein. Viele kombinieren Bachelor und IHK-Abschluss. Die Stellen finden Sie gebündelt in den Bereichen Volksbank Jobs und Raiffeisenbank Jobs.
  • Großbanken: Die Deutsche Bank bietet BWL/Bank bundesweit in sechs Semestern an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin oder der Dualen Hochschule in Stuttgart und Mannheim an, mit sieben Praxisphasen in der Private Bank und der Corporate Bank, also im Privatkunden- und im Firmenkundengeschäft des Konzerns. Die Commerzbank schreibt ihr duales BWL-Studium bundesweit aus und kombiniert es in Hamburg und Lübeck mit einer Ausbildung, die apoBank studiert mit der FOM in sieben Semestern.
  • Zentralinstitute, Landes- und Förderbanken: Zentralinstitute sind die Spitzeninstitute der Verbünde wie die DZ BANK für die Genossenschaftsbanken, Landesbanken die Zentralen der Sparkassen, Förderbanken die Institute von Bund und Ländern wie die KfW. Hier gibt es kein Filialgeschäft, dafür Einblicke in Kapitalmarkt, Firmenkunden und Förderprogramme. Die DZ BANK studiert mit der Dualen Hochschule Mannheim und setzt Praxisphasen in Frankfurt, Düsseldorf oder Stuttgart, die BayernLB mit der Dualen Hochschule Ravensburg und der Hochschule München, die KfW mit der Frankfurt School, der FOM, der Dualen Hochschule Mosbach und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, die NRW.BANK in Düsseldorf und Münster. Die Plätze sind begrenzt, die BayernLB nennt bis zu 30 im Jahr.

Eine Besonderheit stellt die Frankfurt School dar: Ihr CompactTrack lässt sich mit oder ohne Kooperationspartner studieren. Sie sind drei feste Tage beim Arbeitgeber und drei an der Hochschule, und die Partnerbanken, darunter KfW, DekaBank, IKB und das Bankhaus Metzler, übernehmen mindestens ein Viertel der Gebühren und zahlen ein Gehalt. Wer sich für diesen Weg interessiert, bewirbt sich bei Bank und Hochschule getrennt.

Aktuelle duale Studienplätze bei Banken

Weil jede Bank selbst rekrutiert, lohnt der Blick über die eigene Region hinaus, vor allem bei den bundesweiten Programmen der Großbanken. Alle offenen Studienplätze der Branche bündelt unser Bereich Duales Studium Bank, die klassischen Ausbildungsplätze der Bereich Bank-Ausbildung und die Einstiegsprogramme für Hochschulabsolventen der Bereich Trainee Bank. Eine Auswahl der offenen Plätze, täglich aktualisiert:

Offene duale Studienplätze bei Banken und Sparkassen

Aktuell 711 offene duale Studienplätze bei Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland.

13.10.2026
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Wie geht es nach dem Studium weiter?

Das duale Studium ist für Banken ein Rekrutierungsinstrument, entsprechend hoch ist das Interesse an der Übernahme. Bei Sparkassen ist sie tariflich geregelt: Wer Ausbildungs- und Studienteil jeweils mindestens mit „Befriedigend“ abschließt, wird nach § 16a TVSöD (PDF-Seite 80) bei Bedarf im unmittelbaren Anschluss unbefristet übernommen. Die Commerzbank spricht von einer Übernahmegarantie bei guten Leistungen, die HSBA meldet, dass 98 % ihrer Absolventen ein Angebot ihres Partnerunternehmens erhalten, und die Duale Hochschule Sachsen nennt für ihren Bankstudiengang seit über 20 Jahren eine Vermittlungsquote von mehr als 90 %. In den Studienanzeigen auf banken-jobs.com warb zum Stichtag 12. Oktober 2026 gut ein Drittel der Banken ausdrücklich mit der Übernahme.

Der Einstieg erfolgt dann meist als Berater im Privat- oder Firmenkundengeschäft, als Referent in einem Fachbereich oder in einem Traineeprogramm, bei Zentralinstituten auch im Kapitalmarkt- oder Risikobereich. Gegenüber dem Bankkaufmann ohne Studium bringt der Bachelor einen Vorsprung bei Fach- und Führungslaufbahnen mit, der sich auch im Gehalt zeigt: Die Spezialistengattung der Bankkaufleute lag 2025 im Median gut 700 € über der Fachkraft-Gattung. Wer weitermachen will, kann einen berufsbegleitenden Master anschließen, bei der KfW und der Frankfurt School ist er bereits im Programm angelegt, oder die branchenspezifische Fortbildung zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt nutzen. Was den Beruf im Alltag ausmacht, beschreibt unser Berufsprofil zum Bankkaufmann.

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Fazit

Das duale Studium bei einer Bank ist der Einstiegsweg mit dem größten Doppelnutzen: ein Bachelor, drei Jahre bezahlte Praxis, oft der IHK-Abschluss als Bankkaufmann obendrauf, und die Studiengebühren zahlt in aller Regel der Arbeitgeber. Der Preis dafür ist eine frühe Entscheidung, denn die Bank wählt Hochschule und Modell, und das Auswahlverfahren beginnt mehr als ein Jahr vor dem Start. Wer Abitur hat, gern mit Menschen und Zahlen arbeitet und sich die Doppelbelastung aus Vorlesung und Filiale zutraut, findet hier den direktesten Weg in Beratung, Fachbereich und Führung. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

Häufige Fragen zum dualen Studium bei Banken

Ergänzend beantworten wir vier Fragen, die Bewerber vor dem dualen Studium besonders beschäftigen.

Ausbildung oder duales Studium bei der Bank?

Die Ausbildung dauert drei Jahre, verlangt keinen bestimmten Schulabschluss und führt direkt in die Kundenberatung, die Fortbildung zum Bankfachwirt bleibt offen. Das duale Studium setzt die Hochschulreife voraus, dauert drei bis vier Jahre, bringt den Bachelor und zielt eher auf Fach- und Führungslaufbahnen. Finanziell liegen beide Wege während der Ausbildungszeit nah beieinander, bei Sparkassen trennt sie nur die Studienzulage von 150 €. Wer sich nicht festlegen möchte, wählt das ausbildungsintegrierte Modell mit beiden Abschlüssen.

Brauche ich das Abitur für ein duales Studium bei einer Bank?

Sie brauchen eine Hochschulzugangsberechtigung. Die allgemeine Hochschulreife erfüllt sie überall, die Fachhochschulreife an Fachhochschulen und Berufsakademien, an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit einer Eignungsprüfung. Die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe ist zulassungsfrei und steht auch beruflich Qualifizierten offen. Einen Numerus clausus gibt es bei dualen Studiengängen in aller Regel nicht, die Auswahl trifft die Bank im Bewerbungsverfahren.

Wer zahlt die Studiengebühren?

In aller Regel die Bank. Bei Sparkassen schreibt der Tarifvertrag für Studierende die Übernahme der notwendigen Studiengebühren vor, Commerzbank, NRW.BANK und apoBank sagen sie auf ihren Karriereseiten vollständig zu, die KfW übernimmt an der Frankfurt School die Hälfte. Einzelne Volksbanken zahlen stattdessen einen festen monatlichen Zuschuss. Fragen Sie im Auswahlverfahren nach, ob neben den Gebühren auch Unterkunft und Fahrten zur Hochschule übernommen werden, denn das handhaben die Häuser unterschiedlich.

Kann ich dual studieren, ohne eine Bank als Partner zu haben?

Nein. Das duale Studium setzt einen Studienvertrag mit einem Praxispartner voraus, ohne ihn nimmt die Duale Hochschule niemanden auf, und auch die Berufsakademien verlangen die ausbildende Bank. Die Reihenfolge lautet deshalb immer: erst der Vertrag mit der Bank, dann die Immatrikulation. Eine Ausnahme ist die Frankfurt School, deren Studiengang sich auch ohne Kooperationspartner studieren lässt, dann allerdings zum vollen Gebührensatz und ohne Vergütung.